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Tennis-B-WM : Die letzte Hoffnung der Angelique Kerber

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„Ich versuche, über das Jahr nicht mehr nachzudenken“: Angelique Kerber. Bild: dpa

Die Tennis-Saison 2017 ist ein Jahr zum Vergessen für Angelique Kerber. Zum Abschluss tritt sie bei einem sportlich fragwürdigen Turnier an. Doch die Deutsche hat ein Ziel.

          Vielleicht sucht die kriselnde Angelique Kerber bei der B-WM in Zhuhai das Gespräch mit Steffi Graf. Die deutsche Tennis-Ikone arbeitet als Turnierbotschafterin des Saisonabschlusses der erweiterten Weltspitze, Ende der Woche wird die 48-Jährige in der chinesischen Millionenmetropole erwartet. In sportlichen Krisen holte sich Kerber schon mehrfach Rat bei Graf. Und 2017 reihte sich bei der Kielerin Tiefpunkt an Tiefpunkt.

          „Ich versuche, über das Jahr nicht mehr nachzudenken. Für mich ist dies ein Turnier, bei dem ich nicht mehr auf 2017 zurückschaue“, sagte die 29-Jährige vor ihrer Premiere in Zhuhai. „Ich will so viele Matches wie möglich gewinnen, um mit einem guten Gefühl in meinen Urlaub zu gehen und 2018 mit einem besseren Gefühl zu beginnen.“ Los geht es für die ehemalige Nummer eins am Dienstag (12.00 Uhr MEZ) gegen Anastasia Pawljutschenkowa. Gegen die Russin verlor sie in diesem Jahr zweimal. Julia Görges fordert als zweite deutsche Teilnehmerin zum Auftakt am ersten Turniertag die Slowakin Magdalena Rybarikova.

          Die Bad Oldesloerin, seit letzter Woche deutsche Nummer eins, freut sich über den Sprung zur B-WM. Im Falle von Kerber spiegelt es den Absturz der vergangenen Monate wieder. Die WTA Elite Trophy gilt als sportlich fragwürdiges Event und steht klar im Schatten des Saisonabschlusses der Top Acht in Singapur. Gerade so schaffte es Kerber nach Zhuhai.

          Es sei ihre persönliche Entscheidung gewesen, nach der Qualifikation auch tatsächlich daran teilzunehmen, sagte die Verantwortliche im deutschen Damen-Tennis, Barbara Rittner. „Es hat sicher Pro und Contra“, erklärte sie der Deutschen Presse-Agentur. „Es zieht die Saison in die Länge. Gleichzeitig ist es die Chance, Punkte zu sammeln und das Jahr mit einem guten Turnier abzuschließen.“ Nach dem Traumjahr 2016 waren die Zweifel bei Kerber zurückgekehrt. Die Norddeutsche gewann nicht ein Turnier, spielte nur in Monterrey das Finale, plumpste in der Rangliste nach unten. Erstmals seit sechs Jahren beendet sie eine Saison nicht unter den besten Zehn der Welt.

          „Sie sollte die Jahre 2016 und 2017 am besten komplett ausblenden – das waren zwei extreme Saisons. An 2016 darf sie sich nicht messen“, riet die langjährige Fed-Cup-Teamchefin Rittner. „Auf der Damentour ist derzeit vieles möglich. Das sollte ihr Mut machen.“ Wie ein Häufchen Elend hatte Kerber nach ihrem Erstrunden-Aus bei den US Open vor der Presse gekauert. Bei der Suche nach Ursachen für ihre Rückschläge betonte sie in New York, sie würde wieder alles so machen wie nach ihrer Erfolgssaison. Nur zwei Wochen mehr Urlaub hätte sie sich nach der intensiven Belastung gönnen sollen.

          Zhuhai spielt sie nun trotzdem, ihre Saison dauert damit sogar länger als im Vorjahr. Immerhin zwei Partien sind durch den Modus garantiert. Die zwölf Spielerinnen, die Besten nach den Singapur-Teilnehmerinnen, treten zunächst in vier Gruppen an. Die Vorrundensiegerinnen ziehen ins Halbfinale ein. „Ich will noch mal alles rausholen, alle Energie, die ich noch habe“, versprach Kerber.

          Anders als bei der 29-Jährigen scheint das Selbstvertrauen der ein Jahr jüngeren Görges derzeit enorm. Dank ihres Turniersiegs in Moskau qualifizierte sich die Fed-Cup-Spielerin kurzfristig für die WTA Elite Trophy. Rittner traut ihr nun auch in Zhuhai eine Menge zu. „Es ist immer auch eine Kopffrage am Ende einer langen Saison“, sagte die 44-Jährige. „Aber Jule freut sich auf das Turnier und sorgt sich nicht, weil ihre Saison nun unerwartet etwas länger ist.“

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