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Finalniederlage in Stuttgart : Andy Murray kann den Schmerz nicht bezwingen

Andy Murray nach einem verlorenen Ballwechsel in Stuttgart Bild: dpa

Andy Murray muss sich in Stuttgart im Finale nicht nur seinem Gegner Matteo Berrettini geschlagen geben, sondern auch den Schmerzen. Sabine Lisickis Comeback in Berlin endet derweil frühzeitig.

  • -Aktualisiert am
          1 Min.

          In den letzten Spielen des Finales schleppte sich der zweimal zuvor behandelte Andy Murray beim Tennis-Rasenturnier in Stuttgart mit schmerzverzerrtem Gesicht nur noch über den Platz. Die linke Hüfte und der Bauchmuskel schmerzten.

          Murray konnte nicht mehr richtig aufschlagen – aber vorzeitig seinem Kontrahenten Matteo Berrettini zum Sieg gratulieren wollte der Schotte, der seit mehr als drei Jahren rechts mit einem künstlichen Hüftgelenk aus Metall spielt, auch nicht. Es ging schließlich um den ersten Titel für Murray seit Herbst 2019. Am Ende reichte es dann nicht zum Turniersieg, der Italiener gewann nach einer langen sehr unterhaltsamen Partie 6:4, 5:7 und 6:3 und sicherte sich seinerseits den ersten Sieg seit Queens im vergangenen Sommer.

          Nicht nur deshalb war der Erfolg für Berrettini nach zwei Stunden und 40 Minuten auch ein Besonderer, für den Römer war es das erste Turnier seit März auf der Profitour, zwischendurch musste er sich am kleinen Finger seiner rechten Schlaghand operieren lassen. „Am Anfang konnte ich den Finger gar nicht richtig bewegen, er war sehr steif und ich konnte meinen Schläger gar nicht greifen“, erzählte Berrettini vor dem Finale.

          Und nun jubelte er gleich beim Comeback über den zweiten Turniersieg in Stuttgart. „Es fühlt sich unglaublich an für mich“, betonte Berrettini beim Siegerinterview. Nach allem, was er erlebt habe, die erste Operation seines Lebens, die Rehabilitation. „Ich dachte zunächst nach der OP, dass ich die Rasensaison und Wimbledon nicht spielen werde.“ Im vergangenen Jahr hatte er dort im Südwesten Londons überraschend das Endspiel erreicht.

          Mit unschönen Szenen hatte sich dagegen der Australier Nick Kyrgios aus Stuttgart am Samstag verabschiedet. Im Halbfinale gegen Murray hatte der 27-Jährige nach verlorenem ersten Satz im Tiebreak kurz vor der Disqualifikation gestanden, nachdem er bereits ein Spiel wegen mehrerer Vergehen abgezogen bekommen hatte. Den zweiten Satz schenkte er praktisch ab – zum Unmut von Murray und dem Publikum.

          Später rechtfertige er sein Verhalten damit, dass ihn einzelne Zuschauer rassistisch beleidigt hätten. Auf Instagram schrieb Kyrgios, dass sie ihm zugerufen hätten: „Du kleines schwarzes Schaf“ und „Halt deine Klappe und spiel.“ Er habe viele Dinge gegen sich in den vergangenen Jahren verdrängt, erklärte er weiter. „Aber eine Sache, die ich niemals dulden werde, ist, dass Zuschauer dazwischenrufen und Athleten beschimpfen.“ Der Turnierveranstalter teilte am Sonntag mit, dass Vorfall derzeit untersucht werde.

          Lisicki-Comeback endet frühzeitig

          Sabine Lisicki hat beim Rasenturnier in Berlin den Sprung ins Hauptfeld verpasst. Die ehemalige Wimbledonfinalistin verlor am Sonntag in der zweiten Qualifikationsrunde gegen die Australierin Daria Saville mit 0:6, 6:7 (7:9) und ist damit in ihrer Heimatstadt nicht dabei, wenn die Tennis-Veranstaltung an diesem Montag so richtig losgeht.

          „Ich habe alles gegeben. Ich wollte auch gewinnen, aber emotional haben mich diese Tage sehr viel Kraft gekostet“, sagte Lisicki nach ihrer Niederlage. Am Samstag hatte die 32-Jährige zum Auftakt der Qualifikation noch gegen Asia Muhammad aus den USA mit 6:4, 6:4 gewonnen.

          Erst am 2. Mai hatte die einstige Nummer zwölf der Welt ihr Comeback nach 18 Monaten Pause wegen einer schweren Knie-Verletzung gegeben. „Ich habe versucht, mich reinzukämpfen, aber im richtigen Moment war Daria einfach besser“, sagte Lisicki. Dem Turnier bleibt sie aber vorerst erhalten. Im Doppel tritt Lisicki mit der Kanadierin Bianca Andreescu an. (dpa)

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