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Zverev trennt sich von Trainer : Getrennt, nicht verkracht

David Ferrer (l.) nennt keine Gründe über die Trennung von Alexander Zverev: „Es ist absolut nichts zwischen uns vorgefallen, alles ist gut.“ Bild: dpa

Nach nicht einmal einen halben Jahr Zusammenarbeit und kurz vor dem Saisonstart trennen sich Tennisprofi Zverev und sein Trainer Ferrer. Es ist nicht die erste gescheiterte Geschäftsbeziehungen Zverevs.

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          Alexander Zverev gab sich alle Mühe, den Eindruck eines weiteren Rosenkriegs gar nicht erst entstehen zu lassen. Nachdem bekannt geworden war, dass er und sein spanischer Trainer David Ferrer künftig getrennte Wege gehen, war von Enttäuschung oder gar Nachkarten keine Spur. „Ich danke David für die Monate, die wir gemeinsam verbracht haben, die Zeit auf und neben dem Platz, und wünsche ihm für die Zukunft nur das Beste“, schrieb Zverev bei Instagram. Er sei besonders Ferrers Familie dankbar, „dass sie mir die Möglichkeit gegeben haben, wertvolle Wochen mit David zu verbringen in dieser schwierigen Zeit“. Und er habe auch weiterhin „großen Respekt vor der Art und Weise, wie David Tennis gespielt hat und wie er trainiert“.

          Der Zeitpunkt der Trennung ist dennoch überraschend. So kurz vor dem Saisonstart in Australien und nicht einmal ein halbes Jahr, nachdem aus einer zunächst temporären Zusammenarbeit eine dauerhafte geworden war, hatte nichts auf deren Ende hingedeutet. Schließlich kamen Zverev und Ferrer zusammen schnell zu großen Erfolgen. Bei den US Open erreichte der Deutsche sein erstes Grand-Slam-Finale. Und auch sonst waren die beiden stets voll des Lobes für das Arbeitsethos des anderen.

          Dass Ferrer nun laut eigener Aussage beschloss, die anstehende Tennis-Saison nicht mehr an Zverevs Seite zu bestreiten, wirft deshalb Fragen auf. Zwar sagte auch der 38-Jährige, dass es für seine Entscheidung keine zwischenmenschlichen Gründe gegeben habe. „Es ist absolut nichts zwischen uns vorgefallen, alles ist gut“, wird der frühere Weltranglistendritte vom Tennis-Portal puntadobreak.com zitiert: „Wir hatten in diesen Monaten eine gute Zusammenarbeit, alles war perfekt.“

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          Doch Zverev hat mit Blick auf seine Trainer eine Vorgeschichte, die Anlass für Spekulationen bietet. Schließlich blickt er auf mehrere in den vergangenen Jahren gescheiterte Geschäftsbeziehungen zurück. Die erste war die mit Juan Carlos Ferrero, ebenfalls ein früherer spanischer Topspieler, den Zverev zwischen 2017 und 2018 für wenige Monate als Trainer engagiert hatte. Im Nachgang wurde viel schmutzige Wäsche gewaschen. Ferrero warf Zverev fehlende Disziplin vor. Der konterte mit der Klage, dass Ferrero ihn als Spieler habe verformen wollen.

          Im Fall des Star-Coachs Ivan Lendl wurde die schmutzige Wäsche dann schon während der zehnmonatigen Zusammenarbeit bis Juni 2019 und zudem in aller Öffentlichkeit gewaschen. Und dann war da noch die Auseinandersetzung mit Zverevs ehemaligen Manager Patricio Apey, die erst im Dezember vor einem Londoner Gericht ihr Ende fand.

          Ferrers Abgang muss mit alledem nichts zu tun haben. Es gab und gibt keinen (bekannten) Anhaltspunkt für eine Meinungsverschiedenheit oder andere Konflikte mit Zverev. Verschiedene Andeutungen Ferrers lassen zudem auf einen rein familiären Hintergrund schließen. Der ergibt sich nun in jedem Fall auch für Zverev, der vorerst wieder ausschließlich von seinem Vater trainiert wird. Zumindest das bleibt eine Konstante während der so bewegten Tennis-Karriere des 23-Jährigen.

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