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German Football League : Football-Liga stürzt in die Krise

  • -Aktualisiert am

Mit fliegenden Fahnen aufs Spielfeld? Nicht in dieser Saison. Bild: Picture-Alliance

Exit-Option als Ausweg: Die Mehrzahl der Teams verzichtet auf einen Start in dieser Spielzeit. Das Vertrauen der Klubs in die German Football League war schon zuvor erschüttert.

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          Sie haben lange gekämpft und vieles versucht – vergeblich. Nicht nur Frankfurt Universe, sondern neun weitere der insgesamt 16 Vereine der German Football League (GFL) haben am Freitag die sogenannte „Exit Option“ gezogen und auf einen Start in einer verkürzten Ersatzsaison der ersten Liga im American Football verzichtet.

          Die Frankfurter hatten in den Monaten der Pandemie-Krise ihre Erwartungen und Einstellungen zu einem möglichen Spielbetrieb immer offen und kritisch gegenüber der Liga und deren Ausrichter, dem American Football Verband Deutschland (AFVD), kommuniziert. Was nicht überall gut ankam. Alexander Korosek, der Geschäftsführer von Frankfurt Universe, könne nicht für die Liga sprechen, kritisierte GFL-Sprecher Carsten Dalkowski die offensive Frankfurter Umgehensweise mit der Planung einer Corona-Football-Saison.

          Nun hat aber die Mehrzahl der Vereine für sich und damit wohl auch für die Liga gesprochen und ihren Verzicht auf einen Start in einer Spielzeit 2020 verkündet. Die GFL stürzt damit in eine tiefe Krise. Der Rückenwind, den der Football im vergangenen Jahr mit der erfolgreichen Ausrichtung des German-Bowl-Finales in der Frankfurter WM-Arena verspürt hatte, hat gedreht. Weil zehn Vereine eine Entscheidung getroffen haben, die für die meisten von ihnen aus einem wichtigen Grund unumgänglich war: die Sorge um die Gesundheit aller Beteiligten. Der Rückzug der Klubs ist alleine schon deshalb eine nachvollziehbare, richtige Entscheidung.

          Doch es gibt noch weitere Gründe, warum so viele im deutschen Football sich kopfschüttelnd anwendeten und sowohl der Liga und sicherlich noch viel mehr dem Verband signalisierten: lieber nicht. Natürlich ist es vordergründig auch die Angst vor den wirtschaftlichen Risiken einer Pandemie-Saison. Welche Sponsoren bleiben an Bord, wie viele Zuschauer dürfen ins Stadion, wie wird das Hygienekonzept dort aussehen, wie teuer wird das? Robert Huber, der Präsident des AFVD, hat versucht die Klubs zu motivieren, sich auf das Wagnis einzulassen. Er hat sogar mit den in Aussicht gestellten Geldern des Staates gelockt, die 80 Prozent der fehlenden Zuschauereinnahmen kompensieren sollen. Doch es gibt skeptische Stimmen, die darauf hinweisen, dass vermutlich nur olympische Sportarten in den Genuss einer solchen Hilfszahlung kommen könnten.

          Und dann ist da noch das Vertrauen der Klubs in die Zusagen der Liga. Es ist erschüttert worden. Man werde die Lizenz behalten können und auch keine Strafen zahlen müssen, wenn man sich gegen einen Start in eine Saison 2020 entscheide, hatte die GFL ihren Vereinen zugesagt. Doch der Verband überstimmte die Liga und handelte ohne Rücksprache anders.

          Wer nicht spielt, muss seine Lizenz zurückgeben und bekommt sie nur dann in einer Saison 2021 zurück, wenn die Begründung des Rückzugs schlüssig scheint. Andernfalls sind auch Sanktionszahlungen möglich. Ein solches Vorgehen kann nicht dazu beitragen, etwas herzustellen, was eine Liga dringender braucht als je zuvor: gegenseitiges Vertrauen. Und deshalb haben sich so viele Klubs gegen einen Saisonstart entschieden. Sie gehen auf Nummer sicher.

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