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Team-Finale bei WM : Deutsche Turnerinnen scheitern am Balken

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Öfter mal die Perspektive wechseln: Sarah Voss in Aktion am Schwebebalken. Bild: dpa

Lange turnte die deutsche Riege im WM-Finale auf gutem Kurs, ehe Fehler am Balken ein besseres Ergebnis zunichte machten. Überragend zeigten sich die Amerikanerinnen.

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          Zu viele Fehler am Schwebebalken haben den deutschen Kunstturnerinnen die erste WM-Team-Medaille seit der Wiedervereinigung gekostet. Nach drei Durchgängen überraschend auf Rang vier plaziert, fiel das Quintett von Bundestrainerin Ulla Koch bei den Weltmeisterschaften in Doha letztlich auf die achte und letzte Position zurück.

          Nur die Kölnerin Sarah Voss kam weitgehend unbeschadet über den „Zitterbalken“. Leah Grießer aus Karlsruhe wackelte zweimal erheblich, die Chemnitzerin Sophie Scheder kam sogar zu Fall. Schon bei der EM im August hatte der Schwebebalken Probleme bereitet. Schmerzlich vermisst wurde Weltmeisterin Pauline Schäfer aus Chemnitz, die wegen einer Fußverletzung absagen musste. Zudem fehlte auch Tabea Alt. Die letztjährige WM-Dritte am Schwebebalken muss schon seit Monaten wegen eines Knochenödems in der Schulter pausieren. Am Ende belegte die deutsche Riege mit 159,428 Punkten Platz acht. Besser hatte die Riege des Deutschen Turner-Bundes (DTB) zuletzt bei der WM 2011 in Tokio mit Rang sechs abgeschnitten.

          Der Sieg ging am Dienstag an die klar favorisierte Riege der Vereinigten Staaten um die viermalige Olympiasiegerin Simone Biles (171,629 Punkte) mit dem Riesenvorsprung von fast neun Punkten vor Russland (162,863) sowie China (162,396). Die drei Riegen sind vorzeitig für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifiziert.

          Die Deutschen begannen am Boden auf Platz sechs, erkämpften dabei vier Zehntel mehr als im Vorkampf. Zwar brachte Sarah Voss ihren Jurtschenko-Sprung mit Doppelschraube nicht sicher in den Stand, doch da auch die Konkurrenz nicht fehlerfrei blieb, fanden sich die Deutschen bei Halbzeit sogar auf Rang fünf wieder.

          An ihrem stärksten Gerät, dem Stufenbarren, turnten Elisabeth Seitz und Co. abermals stabil, so dass am Ende erst die schweren Patzer von Leah Grießer und Sophie Scheder am Schwebebalken gegen die Deutschen entschieden.

          In der Qualifikation hatten sich Deutschland auf Platz acht mit der Winzigkeit von 0,107 Punkten vor den höher eingeschätzten Britinnen durchgesetzt. Danach hatte große Begeisterung geherrscht. „Für uns alle ist es etwas ganz Besonderes, in so einem Finale zu stehen. Das ist ein ganz großes Gefühl“, hatte die Olympia-Dritte Sophie Scheder aus Chemnitz erklärt.

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