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TBV Lemgo : Auch eine spektakuläre Verpflichtung hilft nicht weiter

  • -Aktualisiert am

Holpriger Start ins Trainer-Geschäft: Markus Baur Bild: picture-alliance/ dpa

Mit seinem neuen Trainer Markus Baur wollte der TBV Lemgo wieder oben angreifen in der Handball-Bundesliga. Doch der Einstand des deutschen Nationalspielers verlief alles andere als gut. Nun ist Schadensbegrenzung angesagt im Lipperland.

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          Wenn man Markus Baur Böses wollte, könnte man sagen: In der Lipperlandhalle hat er als Trainer des TBV Lemgo noch kein Bundesligaspiel verloren. Das liegt allerdings nur daran, dass der TBV das erste Heimspiel unter Baurs Regie am Sonntag gegen die Rhein-Neckar-Löwen im größeren Stadion von Halle ausgetragen hat - und 25:29 unterlag. In Wirklichkeit ist Baurs Weste ja auch in der Lemgoer Traditions-Spielhalle schon befleckt, weil sein TBV im Achtelfinale des EHF-Pokals daheim gegen die Kroaten aus Koper verlor und überraschend ausschied.

          So hat der 37 Jahre alte Trainer der Ostwestfalen aber an diesem Mittwoch wenigstens die Chance, zu Hause gegen den TV Großwallstadt im fünften Pflichtspiel des Jahres 2008 endlich zu gewinnen. Vier Wochen ist Baur nun im Amt. Derart holprig hätte er sich seinen Einstieg nicht vorgestellt. „Ich kann nicht sagen, dass es läuft wie gedacht“, sagt Baur.

          „Noch ist niemand nervös. Ich zumindest nicht“

          Seit dieser Saison wird der TBV Lemgo von einem millionenschweren Lebensmittelhersteller unterstützt, der auch im Beirat des Vereins das Sagen hat. Mit Baur als Trainer, Daniel Stephan als verlängertem Arm in seiner letzten Saison auf dem Parkett (bevor auch er ins Management wechselt) und Volker Zerbe als Sportchef wollte der TBV zur Rückrunde die Champions-League-Plätze in Sichtweite behalten.

          Nun geht es darum, als Tabellensiebter wenigstens die Teilnahme im EHF-Pokal zu sichern. Baur sagt: „Wir müssen die vielen Fehler im Spiel abstellen. Dann werden wir bald wieder Erfolg haben.“ Übergroßen Druck verspüre er nicht: „Noch ist niemand nervös. Ich zumindest nicht.“ Doch beim TBV hat man gemerkt, dass die spektakuläre Verpflichtung Baurs allein nicht genügt hat, um die stark besetzte Mannschaft aus ihrem Tief zu holen.

          Baur sieht keinen Mangel an nötiger Autorität

          Mit den deutschen Nationalspielern Kehrmann, Kaufmann, Preiß, Kraus, Lichtlein und Europameister Lasse Boesen im Kader muss viel mehr möglich sein als gehobenes Mittelmaß. In der Handball-Szene indes hält man den Meister von 2003 für eine bequem gewordene Mannschaft, die allzu schnell zufrieden ist.

          „Es liegt an uns, die Dinge zu ändern“, sagt Kreisläufer Sebastian Preiss, „für Markus ist es sehr schwierig, in so kurzer Zeit etwas zu ändern.“ Baur hat ja noch im Januar mit den Nationalmannschaftskollegen bei der EM in Norwegen gespielt und wird es voraussichtlich auch bei den Olympischen Spielen tun. Einen Mangel an Autorität will Baur daraus nicht ableiten: „Da gibt es keinen Konflikt. Ich bin Trainer und fertig.“

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