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Halftime-Show bei Super Bowl : Wie Beyonce Coldplay die Show gestohlen hat

  • -Aktualisiert am

Ganz in schwarz: Beyonce (links) und Bruno Mars lieferten aber auch eine bunte Show. Bild: AFP

Für viele ist die Show in der Halbzeit des Super Bowl der eigentliche Höhepunkt. Auch in diesem Jahr sorgen drei große Namen für den musikalischen Pausenfüller.

          Beim Super Bowl lag „The Donald“ nun doch daneben. Nach anfänglichen Beteuerungen, den Denver Broncos und ihrem Quarterback Peyton Manning die Treue zu halten, outete sich der republikanische Präsidentschaftsbewerber am Samstag unerwartet als Fan der Carolina Panthers – und zog wie sie den Kürzeren. „Bis jetzt war die Super Bowl ziemlich langweilig, nicht halb so spannend wie Politik“, twitterte der New Yorker Geschäftsmann während des Endspiels der amerikanischen Football-Liga (NFL) am Sonntag sauertöpfisch.

          Dabei hätte schon Lady Gaga das patriotische Herz des Neunundsechzigjährigen höher schlagen lassen müssen. Die Grammy-Preisträgerin erschien nicht nur in klassischem Rot-Weiß-Blau, um die etwa 75.000 Besucher des Levi’s Stadium mit der Nationalhymne auf das Spektakel einzustimmen. Ihr hibiskusroter Lurexanzug, ein Entwurf von Guccis Chefdesigner Alessandro Michele, schien zudem unter der kalifornischen Nachmittagssonne zu strahlen, als ihre Version des Star-Spangled Banner selbst den Spielern die Tränen in die Augen trieb. „Für mich ist ein Traum wahr geworden. Ich wollte schon als kleines Mädchen bei einem wichtigen Sportereignis die Nationalhymne singen“, sagte Lady Gaga der Website „nfl.com“.

          Zum Abschluss des Spektakels gab es mehr als einen Farbtupfer. Bilderstrecke

          Als musikalischer Reinfall wird den Zuschauern der Super Bowl 50 dagegen der Auftritt der Band Coldplay in der Halbzeitpause in Erinnerung bleiben. Anstelle von Gladiatorenszenen (Madonna), pyrotechnischen Stunts (Michael Jackson) oder einem haushohen Metall-Löwen (Katy Perry) boten Chris Martin und seine Bandkollegen Guy Berryman, Jonny Buckland und Will Champion eine eher müde Show.

          Titel wie „Viva La Vida“ und „Yellow“ rissen das Publikum trotz Martins Körpereinsatz nicht von den Sitzen. Erst als „Special Guest“ Beyoncé in Fischnetzstrumpfhose und kurzer, schwarzer Lederjacke mit goldenen Metallriemen, einer Hommage an den verstorbenen „King of Pop“ Jackson, erschien, kam in der berühmten „Halftime“ Stimmung auf.

          Dass Beyoncé den Auftritt vor geschätzten 110 Millionen Fernsehzuschauern nutzte, um ihren gerade erschienenen Titel „Formation“ und eine weitere Tour zu bewerben, nahm das Publikum nicht übel. Im Gegenteil. „So sollte man eine Welttour ankündigen!“, lobte die Sängerin Demi Lovato via Twitter.

          Der Super Bowl, der in diesem Jahr das 50. Mal unter diesem Namen stattfand, gilt als Sportspektakel mit den höchsten Einschaltquoten. Selbst Stars wie Paul McCartney, Prince und die irische Rockband U2 ließen sich in der Vergangenheit von der National Football League überzeugen, im Gegenzug für Eigenwerbung auf Gagen zu verzichten.

          Beyoncé, die vor drei Jahren schon bei dem Finale der Football-Liga in New Orleans auftrat, nutzte ihren Auftritt in Santa Clara aber nicht nur zu Werbezwecken. Die Afroamerikanerin ließ ihre Tänzerinnen in schwarzen Outfits in das Levi’s Stadium einlaufen, die an die Black Panther Party, einer sozialistisch revolutionären Organisation schwarzer Amerikaner, erinnerte. Auf Pappschildern forderten sie „Gerechtigkeit für Mario Woods“, einen Afroamerikaner, der Anfang Dezember in San Francisco von der Polizei erschossen wurde.



          Bei dem Finale der zwölf Minuten langen Halbzeitpause gab Beyoncé sich wieder versöhnlicher. An der Seite von Coldplay und „Uptown Funk“-Sänger Bruno Mars ließ sie das Spektakel aus Medleys und Kostümen harmonisch ausklingen, während das Publikum in ein Meer aus bunten Pappschildern den Appell „Believe in Love“ in die Ränge schrieb.

          „Kaum zu glauben, wie blass Coldplay neben Bey und Bruno aussah. Ich kann nicht fassen, dass Beyoncé Chris Martin nicht einfach von der Bühne gestoßen hat“, spottete Twitter-Nutzer Jon Aitken wie Tausende in sozialen Medien. Auch für den Krawall-Republikaner Donald Trump hätte so ein Stoß die Super Bowl 50 bestimmt gerettet.  

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