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Rugby-WM : Südafrikas Springboks neben der Spur

Weißt die Anschuldigungen von sich: Außendreiviertelspieler Aphiwe Dyantyi Bild: AFP

Ein Spieler unter Doping-Verdacht, ein anderer in eine Prügelei verwickelt. Südafrikas Rugbyteam geht die Weltmeisterschaft mit Handicaps an – dabei galten die Springboks als Favoriten.

          Es lief so gut für die Springboks, das südafrikanische Rugbyteam unter Trainer Rassie Erasmus. Für die Weltmeisterschaft in Japan, die am 20. September beginnt, werden die Südafrikaner als einer der Favoriten gehandelt; im Spiel gegen die erfolgreiche Rugby-Nation Neuseeland holten sie kürzlich in letzter Minute noch ein 16:16 heraus.

          Doch ein Doping-Fall und eine Prügelei belasten nun das Team, das sich derzeit in Japan auf das letzte Testspiel vor der Weltmeisterschaft gegen das Gastgeberland vorbereitet. Einfach wird es nicht. Trainer Erasmus bekräftigte, dass er großen Respekt vor Japan habe, das die Springboks bei der WM vor vier Jahren überraschend 34:32 geschlagen hatte. Hinzu kommt, dass ein guter Spieler fehlt: Nicht dabei ist Außendreiviertelspieler Aphiwe Dyantyi, der in seinen 13 Länderspielen bislang mit spektakulären Versuchen aufgefallen war.

          Der 25 Jahre alte Südafrikaner war bereits am 2. Juli positiv auf Steroide getestet worden, hatte aber selbst die Ergebnisse seiner B-Probe verlangt und seine Unschuld beteuert. Die Ergebnisse liegen seit einigen Tagen vor. Sie sind positiv. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) und die südafrikanische Anti-Doping-Agentur haben ein offizielles Verfahren gegen Dyantyi eingeleitet, ihm droht eine vierjährige Sperre.

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          Der Spieler gibt sich weiterhin unwissend: „Eine verbotene Substanz zu nehmen wäre unverantwortlich“, schrieb er in einer Mitteilung. Außerdem sei er zwei Wochen vor dem positiven Test vom Juli schon einmal getestet worden, wobei es keine Auffälligkeiten gegeben habe. Da Dyantyi zuvor an einer Muskelverletzung litt, wird spekuliert, dass er seiner Genesung nachhelfen wollte. Er bleibt bei seiner Version und wird versuchen, die Sperre abzuwenden – andernfalls wäre seine Karriere womöglich vorbei, sie würde in jedem Fall einen herben Rückschlag erleiden.

          Diese Angelegenheit ist nicht der einzige Schatten, der auf die Springboks fällt: Der Spieler Eben Etzebeth war wohl kurz vor dem Abflug nach Japan in eine tätliche Auseinandersetzung verwickelt. Er sei in einem Badeort in Südafrika beleidigt worden, heißt es, habe aber vollkommen unangemessen reagiert. Etzebeth bestreitet die Vorwürfe. Er durfte mit nach Japan. Doch Südafrikas Rugby wirkt so oder so angeschlagen.

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