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Galopprennen : Stute Enable und der Hattrick vom Prix de l’Arc de Triomphe

  • -Aktualisiert am

Jockey Frankie Dettori mit seinem erfolgreichen Liebling Enable Bild: AFP

Enable ist eines der erfolgreichsten Pferde im Galoppsport. Beim prestigeträchtigen Prix de l’Arc de Triomphe könnte ihr Einmaliges gelingen – und das 100 Jahre nach der ersten Austragung. Doch noch sucht die Stute nach ihrer Galaform.

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          Wer über die vierbeinigen Stars des Galoppsports der vergangenen zehn Jahre nachdenkt, kommt an diesen drei Stuten nicht vorbei: der deutschen Danedream, Winx aus Australien und vor allem Enable in England. Danedream hatte sich in einer wahren Aschenbrödel-Geschichte vom 9000-Euro-„Spaßpferd“ zur Königin der wichtigsten Rennen Europas aufgeschwungen, Winx gewann „Down Under“ 33 Rennen in Folge und wurde sogar auf einer Briefmarke verewigt. Beide sind inzwischen im Gestüt, doch die sechsjährige Enable versucht nun, Geschichte im wichtigsten Galopprennen Europas zu schreiben. Sie soll im Oktober als erstes Pferd überhaupt den Prix de l’Arc de Triomphe zum dritten Mal gewinnen – und das 100 Jahre nach der ersten Austragung des Pariser Megarennens.

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          Am Sonntag gab Enable in Sandown Park südlich von London in den Eclipse Stakes nun ihr mit viel Spannung erwartetes Saisondebüt. „Sie ist nur zu 85 Prozent fit, sie wird das Rennen noch brauchen“, versuchte ihr Trainer John Gosden die hohen Erwartungen etwas zu dämpfen. Doch die britischen Wetter machten Enable zur haushohen Favoritin. Am Ende reichte es „nur“ zu Platz zwei, mehr als zwei Längen hinter Ghaiyyath, der das mit 250.000 Pfund dotierte Gruppe-I-Rennen über 2000 Meter vom Start bis zum Ziel dominierte. Der fünfjährige Hengst demonstrierte sein Galoppiervermögen von der Spitze aus, mit dem er im Vorjahr beim Großen Preis von Baden mit 14 Längen Vorsprung die deutsche Elite weggefegt hatte. Der unterlegene Gosden war dennoch zufrieden. „Die Bahn in Sandown kommt Pferden entgegen, die das Rennen von vorne angehen“, analysierte er. „Der Elan und Wille waren bei Enable vorhanden“, so der hochgewachsene Brite, der nie ohne Hut auf der Rennbahn zu sehen ist. „Es hat ihr noch Kondition gefehlt“, betonte ihr Jockey Frankie Dettori. Insgesamt hat die Stute nun bei 16 Starts 13 Mal gewonnen, war drei Mal plaziert und sammelte mehr als elf Millionen Euro Preisgeld ein.

          Die bitterste Niederlage erlitt sie im vergangenen Oktober gegen den im deutschen Besitz stehenden Waldgeist, der sie im Arc auf den zweiten Platz verdrängte und ihr damit den historischen Hattrick versagte. Nach dieser Niederlage hatte die Fachwelt damit gerechnet, dass Enable ins Gestüt geht. Doch ihr Besitzer, der saudische Prinz Khalid Abdullah, will es in diesem Jahr noch einmal versuchen. Sehr zur Freude ihres ständigen Reiters: „Dass ich noch ein weiteres Jahr mit meinem speziellen Mädchen habe, ist wundervoll“, so der 49-jährige Dettori. „Sie ist das Pferd meines Lebens. Sie hat diese erstaunliche Lungenkapazität. Wenn sie Luft holt, dann kann ich spüren, wie sich meine Beine bewegen. Dieses Gefühl habe ich nur bei ihr“, schwärmt Dettori. Gosden selbst konnte sich damit trösten, dass er am Sonntag in Chantilly das französische Derby mit Mishriff holte. Der dreijährige Hengst siegte im Prix du Jockey Club über 2100 Meter vor The Summit, Victor Ludorum und dem in Frankreich vom deutschen Andreas Schütz betreuten Dawn Intello.

          Jockey Andreas Starke auf Danedream (Mitte)

          Im französischen Stutenderby verpasste die deutsche Zucht nur knapp einen Volltreffer: Die in England von Jessica Harrington trainierte Alpine Star, eine Tochter des deutschen Derbysiegers Sea The Moon, belegte im Prix de Diane nur knapp geschlagen den zweiten Rang hinter Fancy Blue. Sie wird von Donnacha O’Brien betreut, der mit Peaceful Dritter wurde. O’Brien senior konnte die Niederlage verschmerzen, hatte er am Vortag in Epsom doch zum wiederholten Male die englischen Originalversionen von Derby und Oaks gewonnen.

          In den Oaks, dem Stutenderby, siegte die dreijährige Love so überzeugend, dass sie von den britischen Buchmachern gleich in den Arc-Favoritenkreis neben Enable und Ghaiyyath gehoben wurde. Was jedoch der Überraschungsgewinner der „Mutter aller Derbys“ tatsächlich kann, ist noch unklar. Der Hengst Serpentine war einer von sechs O’Brien-Startern im Epsom-Derby, den nur wenige auf dem Zettel hatten. Sein bis dato noch recht unbekannter Reiter Emmet McNamara ließ Serpentine das Tempo machen und entschwand dem 16er-Feld zum Teil bis auf zwölf Längen. Weil von hinten kein Druck kam, teilte er sich die Kräfte gut ein und gewann mit fünfeinhalb Längen vor den noch größeren Außenseitern Khalifa Sat und Amhran Na Bhfiann. „Es war nicht nur wegen der fehlenden Zuschauer das wohl seltsamste Derby in der 240 Jahre langen Geschichte des Rennens“, schrieb das Fachblatt „Racing Post“.

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