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Golf : Stenson gewinnt die British Open

  • -Aktualisiert am

Henrik Stenson gewinnt als erster Schwede die British Open. Bild: dpa

An drei von vier Tagen ist der Schwede der Beste. In Troon revanchiert er sich in einem mitreißenden und hochklassigen Duell gegenüber Phil Mickelson.

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          In einem mitreißenden, hochklassigen Duell, das in die Geschichte des seit 1860 ausgetragenen Turniers eingehen wird, hat Henrik Stenson am Sonntag im Royal Troon Golf Club die British Open gewonnen. Der vierzig Jahre alte Schwede setzte sich in einem packenden Zweikampf gegen den sechs Jahre älteren Phil Mickelson durch - und revanchierte sich damit für 2013. In Muirfield hatte der Amerikaner sich die Siegestrophäe dieses Majors, den Claret Jug, die Rotweinkanne, mit drei Schlägen Vorsprung vor Stenson gesichert. Diesmal drehte der Skandinavier den Spieß um. Stenson gewann nach Runden von 68, 65, 68, 63 und mit insgesamt 264 und damit drei Schlägen Vorsprung vor Mickelson (267/63+69+70+65).

          Stenson rang mit einer Kombination von glanzvollen langen Schlägen - er traf 16 der 18 Grüns - und einer eindrucksvollen Vorstellung auf den Grüns (27 Putts) den ebenfalls großartig spielenden Linkshänder aus Kalifornien nieder. Mickelson lobte den neuen Champion als einen der besten „Ballstriker“, als einen der Spieler in der Weltklasse, die den Ball am besten treffen. „Zehn Birdies in der letzten Runde eines Majors sind eine unglaubliche Leistung“, sagte er. „Ich habe diese British Open nicht verloren, Henrik hat sie verdient gewonnen.“

          Der aus Göteborg stammende Stenson stellte dank der bisher niedrigsten Schlussrunde dieses Turniers mit 20 unter Par einen neuen Rekord bei diesem ältesten Turnier der Welt auf. Bisher hatte Tiger Woods (19 unter Par im Jahr 2000 in St. Andrews) die Bestmarke gehalten. „Ich möchte mich bei Phil für den großartigen Kampf bedanken“, sagte der erste schwedische Sieger eines der vier Majors bei seiner Ehrung zum „Champion Golfer of the Year“. Er kassierte für seinen ersten Sieg im 42. Anlauf bei einem der vier Traditionsturniere 1,4 Millionen Euro und rückt in der Weltrangliste vom sechsten auf den fünften Platz vor.

          Wie weit Stenson und Mickelson an den beiden Schlusstagen der Konkurrenz enteilten, zeigen die Ergebnisse der Verfolger. Der Amerikaner J.B. Holmes lag als Dritter schon 14 Schläge zurück, sein Landsmann Steve Stricker hatte als Vierter 15 Schläge Rückstand. Der Nordire Rory McIlroy, der Engländer Tyrell Hatton und der Spanier Sergio Garcia benötigten auf Platz fünf auf dem Links Course an der schottische Westküste gar 16 Schläge mehr als der Sieger. Mickelson spielt am ersten Tag die beste Runde, Stenson am Freitag, Samstag und Sonntag. Am Sonntag wechselte bei Sonnenschein und wenig Wind ständig die Führung.

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          Erst spät in der Runde setzte sich der Schwede ab. Mit Birdies aus sechs Metern am 14. Loch und einem weiteren aus 16 Metern vom Grünrand am 15. Loch hatte der Schwede erstmals zwei Schläge Vorsprung, einen Vorteil den er nach einem gewaltigen Abschlag von 310 Yard (283 Meter) mit einem Holz 3 noch mit einem weiteren Birdie aus sechs Meter am 18. Loch auf drei Schläge ausbaute. „Ich wollte es vorher nicht sagen, aber ich hatte gefühlt: Diesmal ist meine Zeit gekommen“, sagte Stenson. „Dass es nur ein Zweikampf zwischen Phil und mir war, hat die Sache leichter gemacht. Ich wusste, dass Phil nicht zurückstecken würde.“ Was ihn zwang, sein bestes Golf zu spielen.

          Martin Kaymer freute sich für Stenson. „Ich bin mit Henrik befreundet. Phil hat schon fünf Majors in seiner Karriere gewonnen“, sagte er. „Da gönne ich Henrik den Sieg“. Der einzige Deutsche im Feld wurde auch am Schlusstag weiter nach hinten durchgereicht. Nach dem glanzvollen Auftakt mit 66 Schlägen (5 unter Par) am Donnerstag und Platz zwei ging es abwärts: nach 73 Schlägen am Freitag Platz 11, nach 74 Schlägen am Samstag Rang 18 und am Ende nach einer weiteren Runde von 74 Schlägen landete der 31 Jahre alte Rheinländer mit insgesamt 287 und 23 Schlägen Rückstand auf den Sieger auf dem 36. Platz - für den ehemaligen Weltranglistenersten, der mittlerweile nur noch auf Rang 52 geführt, eine Enttäuschung.

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          „Es war heute wesentlich leichter als gestern, auf jeden Fall spielbar, ein machbarer Test“, sagte Kaymer am Sonntag. Er bestand diese Prüfung nicht. „Es war wie an den letzten drei Tagen. Ich habe den Ball nicht nah genug an die Fahne geschlagen und mir zu wenige Birdie-Chancen gegeben. Und wenn ich dann mal das Par retten musste, habe ich es nicht gemacht“, bilanzierte der Profi aus Mettmann. Noch am Abend flog er für einen Sponsorentermin nach London, ehe er am Dienstag in die alte Heimat weiterreist. Dort wird er ein paar Tage trainieren, ehe er zur PGA Championship aufbricht. Nach dem letzten Major des Jahres, das im Baltusrol Golf Club in Springfield im Bundesstaat New Jersey ausgetragen wird, geht es weiter zum olympischen Golfturnier in Rio de Janeiro. Für Kaymer sind dies die letzten Chancen, sich beim nordirischen Ryder-Cup-Kapitän Darren Clarke für die Europa-Auswahl zu empfehlen.

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