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Stefan Matschiner, Sportmanager : Gibt es die Spinne in Österreichs Doping-Netz?

  • -Aktualisiert am

Stefan Matschiner war zumindest indirekt in den Turiner Skandal involviert. Auf Einladung von Walter Mayer weilte er im Piemont, will dort aber nur gefeiert haben. „Es ist, wie es ist, von den Tagen habe ich nicht viel erlebt.“ Und er hatte, nach höflicher Ladung vor eine Untersuchungskommission, auch nicht viel mehr zu sagen, als dass sein Schwiegervater ein Bekannter Mayers sei (siehe: Warnung vor Wundermännern wie Walter Mayer).

Mayer und Matschiner verbindet das Marathon-Business

Freilich verbindet Matschiner mit Mayer, den Geächteten, auch das Marathon-Business. Der Oberösterreicher betreibt die International Sports Agency (ISA), eine Marketingagentur, die vor allem kenianische Langstreckenläufer betreut. Mayer wiederum ist mit Eva-Maria Gradwohl, der österreichischen Marathon-Rekordhalterin, liiert. Gradwohl ist erst im vergangenen Frühjahr die schärfste inländische Konkurrentin, Susanne Pumper, wegen eines positiven Doping-Tests abhandengekommen (siehe: Neues aus dem Österreich-Sumpf: Gedopt durch den Wiener Prater).

Pumper wiederum vertraute dem in Österreich gut beschäftigten ehemaligen DDR-Sportmediziner Helmut Stechemesser. Und der betreute auch den Leichtathleten Matschiner. Der Kontakt zu Pumper sei daher ganz normal, „aber ich war nie ihr Manager, wie auch behauptet wird. Ich habe ihr lediglich einmal zu einem Start in Köln verholfen.“

Der Freund Manfred Kiesl

Enger gestaltete sich die Zusammenarbeit mit Manfred Kiesl, den Matschiner einen Freund nennt. Mit dem Ehemann der ehemaligen österreichischen Spitzenläuferin Theresia Kiesl betrieb Matschiner bis 2004 die ISC. Heute vertreibt Kiesl das (gründlich abgetestete) Nahrungsergänzungsmittel Erybol, für das auch Bernhard Kohl wirbt.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Kiesl bekannt, als 1997 im Kühlschrank des Paares Kiesl Anabolika gefunden wurden. Manfred Kiesl nahm alle Schuld auf sich und wurde wegen Handels mit Anabolika zu einer Geldstrafe verurteilt; seine Frau, die 1500-Meter-Olympiadritte von Atlanta 1996, war aus dem Schneider. „Ich habe ihn erst danach kennengelernt. Er hat einen Fehler gemacht, hat mit seiner Vergangenheit abgeschlossen. Ich glaube ihm“, sagt Matschiner über Kiesl.

Der Kunde Simon Vroemen

Gegenwart des Managers ist neben dem „Fall Kohl“ auch jener des in Hamburg lebenden niederländischen Hindernisläufers Simon Vroemen, eines Kunden der ISC, der im Sommer positiv auf ein anaboles Steroid getestet wurde. „Ein laufendes Verfahren“, sagt Matschiner. „Möglicherweise kam es wegen eines Asthmasprays zu diesem Testergebnis.“

Matschiners Vergangenheit wurde erst mit dem Doping-Skandal um Kohl ein Thema. Auch für Hans-Michael Holczer, den ehemaligen Teamchef des gefallenen Bergkönigs bei Gerolsteiner. „Für mich war in Sachen Kohl immer nur sein Anwalt Siegfried Fröhlich maßgebend. Der hat die Verträge gemacht. Ich habe Kohl nach den Tour-Erfolgen geraten, sich einen Mann für die Pressearbeit zu besorgen. Er hat mir Matschiner in Kitzbühel, vor dem Start der Deutschland-Tour, vorgestellt. Wir haben nur ein paar Worte gewechselt, wegen dieser Millionenshow-Geschichte“, sagt Holczer. Holczer gab's am Samstag im österreichischen Fernsehen nicht zu sehen, dafür aber zu hören. Als Telefon-Joker für Kohl, der 20 000 Euro erspielte.

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