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Neue Stasi-Vorwürfe : Kein Gegenwind für Spitzel Beilschmidt?

  • -Aktualisiert am

Deckname „Paul Grün“: Rolf Beilschmidt Bild: Picture-Alliance

Trotz der jüngsten schweren Stasi-Vorwürfe muss der frühere Hochspringer Rolf Beilschmidt vorerst nicht um seinen Job als Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes Thüringen fürchten.

          Trotz der jüngsten schweren Stasi-Vorwürfe muss der frühere Hochspringer Rolf Beilschmidt vorerst nicht um seinen Job als Hauptgeschäftsführer des Landessportbunds Thüringen fürchten. Einen Tag nach der Veröffentlichung neuer Details aus seiner Spitzeltätigkeit für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) ist von den höchsten Stellen im Sport des Freistaats kaum Empörung zu vernehmen.

          Heike Taubert, die für den Sport zuständige Thüringer Ministerin, äußerte sich ausweichend zu den neuen Erkenntnissen über die konspirative Zusammenarbeit Beilschmidts mit dem MfS: „Es hat im Fall Beilschmidt verschiedene Arten von Verstrickung gegeben“, ließ Frau Taubert am Montag auf Anfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklären: „Bislang sah es so aus, dass er niemandem geschadet hat. Sollte das anders sein, muss der Landessportbund Schlussfolgerungen ziehen.“

          Die Einschätzung der Ministerin berücksichtigt nicht die vor Jahren formulierte Empfehlung der Stasi-Kommission des organisierten deutschen Sports. Demnach dürfen Personen, die zum Beispiel als Inoffizielle Mitarbeiter (IM) - wie Beilschmidt - des Ministeriums für Staatssicherheit anderen Menschen Schaden zugefügt oder billigend in Kauf genommen haben, nicht in leitenden Funktionen des Sports arbeiten.

          Deckname „Paul Grün“

          Beilschmidts Stasi-Mitarbeit ist schon lange bekannt. Inzwischen aber sind weitere Akten aufgetaucht. Aus ihnen geht hervor, dass der ehemalige Weltklasse-Athlet vom SC Motor Jena auch nach seiner Karriere als Sportler noch als engagierter IM des MfS arbeitete. Demnach hat sich Beilschmidt unter dem Decknamen „Paul Grün“ auch nicht gescheut, potentiell schädliche Details aus dem Privat- und Intimleben von Vereinskollegen und Bekannten weiterzugeben.

          Beilschmidt sagte dem „Spiegel“, er könne sich an die Berichte nicht erinnern. Der 61 Jahre alte Thüringer hielt sich zwar am Montag in den Geschäftsräumen des Landessportbundes Thüringen auf, war aber für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. In der Regel wird schwer belasteten Sportfunktionären geraten, die Stasi-Kommission des deutschen Sports anzurufen. Sie erhält Akteneinsicht und formuliert nach einer Bewertung eine Empfehlung für das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes.

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