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Stand-up-Paddling : Wackelnd in den Sonnenuntergang

  • -Aktualisiert am

Ein trauriges Erscheinungsbild? Stand-Up Paddler im Sonnenuntergang. Bild: dpa

Stehpaddler geben ein ziemlich trauriges Bild ab. Jedenfalls wenn man sie mit echten Wellenreitern vergleicht. Und trotzdem sollte man den Versuch wagen. Eine Glosse.

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          Ich bin kurz davor, mir ein SUV zu kaufen. Und ein zweites für meine Frau. Wie bitte? Inakzeptabel? Ökobilanz, Klimawandel, nachfolgende Generationen? Verstehe! Bevor jetzt die Stimmung völlig kippt und sich Aktivisten von unserem Garagendach abseilen, eine dringende Durchsage: Sorry, war ein Tippfehler! Sollte heißen: Ich bin kurz davor, mir ein SUP zu kaufen. Und ein zweites für meine Frau.

          Zwei SUP-Bretter also, zwei Stand-up-Paddling-Boards. Zu Deutsch – danke dem Google-Übersetzer – Stand-up-Paddling-Boards. Falls diese Übersetzung Sie nicht weiterbringt: Ein SUP-Board ist ein (meist) aufblasbares Surfbrett, sehr groß, sehr schwer, quasi das SUV unter den Boards dieser Welt, allerdings ausschließlich mit Paddelantrieb erhältlich, sprich umweltfreundlich, nachhaltig und glutenfrei, nichts also, wofür man sich irgendwo abseilen müsste. SUP-Boards sind eine neuere Erfindung im Sportgerätemarkt auf der immerwährenden Suche nach dem nächsten großen Ding, das sich verkaufen lässt.

          Trauriges Erscheinungsbild

          Es ist aber gar nicht so einfach, einen neuen Sport zu erfinden. Die letzte wirkliche Innovation war vermutlich das Snowboard, aber das ist nun auch schon eine Weile her. Mountainbike? Ein Rad fürs Gelände. Nordic Walking? Skilanglauf ohne Ski. SUP-Board? Ein Surfbrett ohne Surfen. Eines, auf dem man steht und mit einem Paddel vor sich hin paddelt, wenn die Balance das hergibt, was gar nicht so einfach ist.

          Um ehrlich zu sein, geben Stehpaddler ein ziemlich trauriges Bild ab, wenn man sie mit Wellenreitern vergleicht, so ganz erschließt sich mir der Sinn nicht, quasi suboptimal. Aber warum nicht zwei dieser Teile samt Riesen-Luftpumpe im Auto haben, auf der Fahrt ins Wochenende, an einen See, einen Fluss oder weiter: ans Meer. Schleppen ja sonst auch den halben Hausstand mit. Und vielleicht fühlt man sich ja doch ein kleines bisschen wie die coolen Surfer mit ihren klitzekleinen Brettern für die riesengroßen Wellen.

          Wie auch immer: Zwei SUP-Bretter müssen her. Problem: Die Dinger sind, man darf es wohl so nennen, selbst in luftleerem Zustand erstaunlich unhandlich und schwer zu transportieren. Kein bisschen kleinwagentauglich jedenfalls. Wie es ausschaut, wäre ein SUV das richtige Transportmittel für sie.

          Ich stelle mir das so vor: Wenn man an einem freundlichen Herbstsonntag mit dem nagelneuen SUV am Baggersee vorfährt und sich die Blicke der Klimaschützer eintrüben, kann man sie womöglich versöhnen, wenn man zwei SUPs aus dem Kofferraum stemmt, sie in mühsamer Handarbeit aufpumpt, zu Wasser lässt und als verwackeltes Fernsehbild dem Sonnenuntergang entgegenpaddelt. Einen Versuch ist es wert.

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