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Stäbler siegt bei Ringer-WM : Und wieder ist es Gold

Ringer Frank Stäbler ist zum dritten Mal Weltmeister geworden. Hier jubelt er nach seinem Sieg im Halbfinale. Bild: dpa

Zum dritten Mal in Serie ist der Deutsche Frank Stäbler Weltmeister im Ringen. Nach den Goldmedaillen 2015 und 2017 gewinnt der 29-Jährige auch 2018 im griechisch-römischen Stil.

          Das Zeichen für den Finalsieg setzte Frank Stäbler gleich mit der ersten Aktion im Endkampf gegen Balint Korpasi. Ungestüm überraschte der Weltmeister in der 72-Kilogramm-Klasse im griechisch-römischen Ringen den Ungarn bei dessen „Heimspiel“ in Budapest vom ersten Gong weg. Ehe Korpasi sich recht orientiert hatte, sah er sich in bedrohlicher Lage. Stäbler verpasste zwar eine erste Wertung, aber hatte Korpasi in jener defensiven Rolle, in die er ihn drängen wollte.

          Gegen den Ungarn, den Stäbler aus einem Dutzend Duellen in der Bundesliga aus Korpasis Zeit bei Mainz 88 gut kennt, wurde es dennoch der erwartet mühsame Kampf. Letztlich entschied das Finale aber, dass es Stäbler als einzigem der beiden Finalisten gelang, Korpasi einmal von der Matte zu schieben. Ohne diese Wertung hätte eine umstrittene Passivitätsverwarnung gegen Stäbler den Ausschlag gegeben. Es wäre dann ein im griechisch-römischen Ringen nicht unübliches Urteil des Kampfgerichts zugunsten eines Ringers aus dem Gastgeberland gewesen.

          Widerstände hatte der 29 Jahre alte Schwabe aus Musberg, der nach dem Sieg in der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm im Jahr 2015 und dem Erfolg in der 71-Kilogramm-Klasse im  Vorjahr in der nun auf 72 Kilogramm angepassten gleichen Gewichtsklasse seinen dritten WM-Titel in Serie sicherte, im Verlauf der WM wegen einer denkbar schweren Auslosung mit Kämpfen gegen alle Hochkaräter auf dem Weg zum Titel immer wieder aus dem Weg räumen müssen. In allen Runden lag er zwischenzeitlich in Rückstand, vor allem im Viertelfinale gegen den Kasachen Demeu Chadraev war er beim Stand von 0:6 am Rand der Niederlage, ehe er das Duell binnen 30 Sekunden mit Weltklasseaktionen für sich entschied.

          „Egal, wie falsch die Dinge laufen, mit Herz kann man so viel wieder gutmachen“, sagte Stäbler. Der deutsche Vorzeigeringer hatte sich vor der WM im gerade eine solche Auslosung fast herbeigesehnt. „Ich will der beste Ringer der Welt sein, nicht nur in meiner Gewichtsklasse. Mein Denken geht deshalb dahin, dass ich vor einem Turnier wie der WM nicht hoffe, dass ein schwerer Gegner vielleicht vor dem Duell gegen mich ausscheidet. Stattdessen will ich gerade, dass alle in absoluter Bestform antreten, damit ich sagen kann, dass ich wirklich der Allerbeste bin“, hatte er gesagt.

          In Budapest hat er sich die Anerkennung der Ringerwelt durch seinen Siegeszug bereits gesichert. Im Aktuellen Sportstudio wird er nun an diesem Samstagabend versuchen, den in den Ringernationen in aller Welt vorhandenen Respekt auch einem deutschen Publikum zu vermitteln, wo das Ringen nur noch eine Nebenrolle spielt.  Der Lohn für den Erfolg von Budapest ist vorerst eine Serie, die nicht einmal die unumstrittene deutsche Ringerlegende Wilfried Dietrich, der Kran von Schifferstadt, vorweisen konnte und bislang  nur von einem deutschen Ringer übertroffen wurde: Maik Bullmann krönte in den neunziger Jahren drei aufeinanderfolgende Weltmeistertitel mit dem Olympiasieg von 1992. Dieses große Ziel seiner Karriere will Stäbler 2016 bei den Olympischen Spielen in Tokio erreichen.

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