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Stabhochsprung der Frauen : Wieder Vierte

Nicht zu fassen: Spiegelburg wird wieder Vierte Bild: dpa

Die unglückliche Stabhochspringerin Silke Spiegelburg belegt auch in Moskau den vierten Platz. Weltmeisterin wird Jelena Isinbajewa.

          Diesmal sah es so gut aus für Silke Spiegelburg: von 4,45 Meter bis 4,75 nahm sie alle Höhen auf Anhieb, lag gemeinsam mit der amerikanischen Olympiasiegerin Jennifer Suhr in Führung, während die Weltjahresbeste  Yarisley Silva (Kuba) viele Fehlversuche anhäufte, Weltmeisterin Fabiana Murer (Brasilien) ausschied und sogar die große Jelena Isinbajewa bei ihren Heimspielen zunächst schwächelte und ihre Anfangshöhe erst im zweiten Versuch schaffte.

          Doch als es dann drauf ankam, bei 4,82 Metern, kam die Deutsche ins Grübeln. Es wäre die Einstellung ihres deutschen Rekords gewesen. Sie hatte die Höhe auch an diesem Abend drauf, aber sie fiel auf die Latte, der Abstand stimmte nicht. Dass Suhr und Isinbajewa relativ sicher im zweiten Versuch drüber kamen, war für Spiegelburg noch zu verschmerzen. Doch dann riss sie ein drittes Mal, war raus aus dem Wettbewerb und musste hoffen. Und Silva? Schwang sich im dritten Versuch unerwartet drüber. Da brach Spiegelburg in Tränen aus. Sie wollte alles werden, nur nicht Vierte. Und was wurde sie? Vierte! Genau wie 2012 bei den Olympischen Spielen in London und bei der EM in Helsinki. Genau wie schon 2009 bei der Heim-WM in Berlin. „Mir fehlen ein bisschen die Worte“, sagte sie später völlig enttäuscht im ZDF.

          Und später fügte sie an: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen.“ Denn schlecht war sie ja wahrlich nicht gewesen, nur drei andere waren besser. 4,75 Meter hätten bei jeder bisherigen Weltmeisterschaft für eine Medaille gereicht. Diesmal aber nicht.

          Wie man auch unter größtmöglichem Druck Nerven bewahrt, das zeigte die Russin Isinbajewa. Die 31-Jährige wurde im möglicherweise letzten Wettkampf ihrer Karriere vor heimischem Publikum zum dritten Mal Weltmeisterin. Es war für die einstige Seriensiegerin, die zuletzt geschwächelt hatte und seit Peking 2008 keinen großen Titel mehr für sich entscheiden konnte, der schönste Sieg. Die Weltrekordhalterin übersprang unter dem großen Jubel der endlich einmal mitgehenden Zuschauer als einzige Athletin 4,89 Meter.

          Es war wieder einmal die große Show der Emotionen. Zwar schaffte die Überfliegerin es nicht, die Weltrekordhöhe von 5,07 Metern zu überwinden, aber die Bühne des Luschniki-Stadions gehörte ihr bei ihren Versuchen ganz allein.

          Sie zeigte, wie es geht: Jelena Isinbajewa gewinnt Gold

          Leichtathletik-WM

          Frauen, Stabhochsprung: 
          Gold: Jelena Issinbajewa (Russland) 4,89 m;
          Silber: Jennifer Suhr (USA) 4,82;
          Bronze: Yarisley Silva (Kuba) 4,82;
          4. Silke Spiegelburg (Leverkusen) 4,75; 5. Anastasia Sawtschenko (Russland) und Fabiana Murer (Brasilien) beide 4,65; 7. Angelina Schuk-Krasnowa (Russland) 4,65; 8. Jirina Ptacnikova-Svobodova (Tschechien) 4,55 und Lisa Ryzih (Ludwigshafen) beide 4,55; 10. Kristina Gadschiew (Zweibrücken) 4,45; ...17. Carolin Hingst (Mainz) 4,45 (Qualifikation).

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