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Springreiter Ludger Beerbaum : Das Ende einer beispiellosen Karriere

  • Aktualisiert am

Ludger Beerbaum und Chiara Bild: dpa

Nach mehr als 30 Jahren ist Schluss: Ludger Beerbaum hat seine beispiellose Karriere im deutschen Team beendet – an einem besonderen Ort mit einem besonderen Ergebnis.

          Besser hätte der Abschied nicht laufen können. Mit großem Jubel über einen spektakulären Sieg im Stechen endete die großartige Karriere von Ludger Beerbaum in der Nationalmanschaft. Beim letzten Einsatz des Springreiters gewann das deutschen Team in Barcelona das Nationenpreis-Finale. „Es könnte nicht schöner sein“, sagte der 53-Jährige, der fortan nur noch als Privatier reiten wird.

          „Sie haben wirklich für mich gekämpft“, lobte Beerbaum das Team: „Das war ein unglaublich schönes Gefühl.“ Das Quartett um den Rekordreiter setzte sich im Stechen vor Großbritannien durch. In der entscheidenden Runde ritt Marcus Ehning aus Borken mit Pret a tout schneller als der der ebenfalls fehlerfreie Olympiasieger Nick Skelton mit Big Star. „Ich wollte das hier wirklich für Ludger gewinnen“, sagte Ehning. „Es macht mich so stolz, hier mit und für ihn zu gewinnen.“

          Zum Abschluss gab es in Barcelona noch einen Sieg

          Auch der Ort war perfekt - denn geritten wurde im Real Club de Polo, wo Beerbaum 1992 Einzel-Gold gewonnen hatte. „Als wir eben auf dem Podium standen, habe ich auch an die Spiele hier in Barcelona gedacht“, sagte Beerbaum. Vor 24 Jahren holte er im gleichen Stadion die zweite von insgesamt vier olympischen Goldmedaillen.

          Noch einmal zeigte Beerbaum am späten Samstagabend seine Klasse, als er als letzter Starter im Normalparcours antreten musste, die Nerven behielt und sein Team mit einer makellosen Runde im Sattel von Casello ins Stechen rettete. Er stand „heute unter besonderem Druck“, sagte Bundestrainer Otto Becker, „weil er wieder, wie in Rio, als Letzter eine Nullrunde reiten musste, damit wir noch Chancen haben.“ In Rio hatte Beerbaum dem Team Olympia-Bronze gesichert und anschließend seinen Rücktritt aus dem Nationalteam angekündigt.

          Auch für den 42-Jährigen Ehning, der als junger Mann zusammen mit Beerbaum 2000 in Sydney Olympia-Gold gewann, war es „ein sehr emotionaler Abend“. Das galt zudem für Christian Ahlmann aus Marl mit Taloubet und Janne-Friederike Meyer (Pinneberg) mit Goya. „Ich bin meinen ersten Nationenpreis zusammen mit Ludger geritten und jetzt seinen letzten mit ihm“, schwärmte Meyer und sagte das, was für viele deutsche Reiter gilt: „Er ist mein Vorbild.“ Es mache sie „unheimlich stolz, Mitglied dieses Teams sein zu dürfen“.

          Rio de Janeiro war der letzte ganz große Auftritt

          Der große Respekt der jüngeren deutschen Reiter wurde auch bei Daniel Deußer deutlich. „Was er mir an Erfahrung und Motivation mitgegeben hat, das kann man gar nicht in Worte fassen“, sagte der Hesse, der wegen einer Erkrankung seines Pferdes in Barcelona passen musste. „Er war vom Beginn meiner Karriere an bei allen wichtigen Prüfungen dabei und war immer der große Motivator“, schwärmte Deußer: „Schon als kleiner Junge habe ich vor dem Fernseher gesessen, wenn er geritten ist. Er war und ist eines meiner großen Vorbilder.“

          Der Sieg von Barcelona war der abschließende Höhepunkt einer beispiellosen Karriere. Für das deutsche Nationalteam startete der 53 Jahre alte Rekordreiter insgesamt 158 Mal - so oft wie kein anderer. Dazu zählen 24 EM-, WM- sowie Olympiateilnahmen und seit Samstag 134 Nationenpreise.

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