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Vegane Sportler : Fleischlos erfolgreich

Die deutsche Beachvolleyball-Spielerin Margareta Kozuch hat früher mit Dankbarkeit gegessen, was auf den Tisch kam. Wirklich gemocht habe sie das Fleisch aber nicht. Nach und nach hat sie immer weniger davon gegessen. Seit vier Jahren ernährt sie sich vegetarisch, zwischendurch legt sie oft vegane Wochen ein. Es gibt nur eine Ausnahme: frisch gefangenen Fisch aus dem Mittelmeer, zweimal im Jahr.

„Manche Trainer hatten ein Problem damit“, sagt die 31-Jährige, die lange Kapitänin der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft war und während ihrer Hallenkarriere auch für Vereine in Italien, Polen, Russland, Aserbaidschan und China gespielt hat. „Du brauchst Kraft“, hieß es oft als Universalargument für Fleisch. Und Kozuch spürte zunächst den Druck, sich konform zu verhalten. „Irgendwann habe ich dagegengehalten“, sagt sie: „Ich habe viel gelesen, mich informiert, aber vor allem auf meinen Körper geachtet.“ Gesundheitliche Probleme habe sie seither keine, im Gegenteil: „Ich habe gespürt, dass ich mich mental besser gefühlt habe.“

Fleischlos glücklich: Margareta Koruch (links, mit Laura Ludwig) hat sich gegen Bedenken ihrer Trainer durchgesetzt

Ernährungswissenschaftler Braun kennt Aussagen wie diese. Andere Sportler behaupten, dass sich ihre Regenerationsphasen seit der Umstellung auf eine vegane Ernährung erheblich verkürzt hätten. „Als Wissenschaftler würde ich das erst einmal hinterfragen. Man weiß nie, aus welcher Ernährungssituation diese Sportler kamen, ob sie sich vielleicht vorher eher einseitig ernährt haben. Da ist eine vegane Ernährung natürlich eine Verbesserung, die viele Athleten spüren. Auch mental mag sich ein subjektiv positives Empfinden einstellen“, sagt Braun: „Außerdem stecken in Obst und Gemüse viele sekundäre Pflanzenstoffe. Sie werden in Zusammenhang mit der Reduzierung von trainingsbedingten Entzündungsreaktionen oder einer Stimulierung des Immunsystems gebracht. Entsprechend sollten auch Sportler versuchen, täglich etwa 400 Gramm Gemüse und circa 250 Gramm Obst zu essen.“

Nahrungsergänzungsmittel für Veganer

Für die Beachvolleyballspielerin Kozuch ist das kein Problem. Den Drang nach Junk-Food verspürt die 1,88 Meter große Sportlerin kaum noch. Dennoch erfordert eine Ernährung nach eigenem Gusto „viel Disziplin“. Als Leistungssportlerin reist sie sehr viel, mittlerweile nicht mehr mit einer großen Mannschaft, sondern nur noch mit Beach-Partnerin Karla Borger und dem kleinen Betreuerteam. Da sie nicht immer alles mitnehmen kann, muss sie auch unterwegs einkaufen gehen, auswählen und abwägen. „Was wir essen, ist, was wir uns wert sind“, sagt sie. Und wenn sie doch einmal etwas schwer Verdauliches gegessen hat, weil es auf ihren Reisen rund um die Welt nicht anders möglich war, dann merkt sie sofort den Unterschied. „Ich spüre, dass ich unausgeglichen werde“, sagt sie. Ihr Traum wäre ein eigener Gemüsegarten. Denn Ernährung ist für Margareta Kozuch eine Form der persönlichen Wertschätzung: „Die Antworten sind bei uns selbst“, sagt sie.

Inzwischen kommen immer mehr Nahrungsergänzungsmittel auf den Markt, die sich speziell an Veganer richten. Insgesamt wurden hierzulande im vergangenen Jahr Nahrungsergänzungsmittel im Wert von mehr als einer Milliarde Euro verkauft. Ernährungswissenschaftler Braun kann diesen durchaus etwas abgewinnen, er sagt: „Sicherlich können Nahrungsergänzungsmittel hilfreich sein. Da geht es allerdings nicht um eine Leistungsverbesserung, sondern um eine angepasste Nährstoffversorgung.“ Das Risiko: Einige Produkte sind verunreinigt, können so im schlimmsten Fall eine positive Doping-Probe zur Folge haben.

Die Verantwortlichen von Mercedes wollen nicht eingreifen in die Ernährungsweise ihres Fahrers Hamilton. Das sei Mikromanagement und liege damit allein in der Verantwortung jener Spezialisten, die mit Hamilton zusammenarbeiten. Ende dieser Woche verschickte der Brite via Instagram einen ersten Zwischenbericht seines Veganerseins. „Seit vier Wochen esse ich hauptsächlich Gemüse und Obst. Und ich fühle mich so gut, wie ich mich in meinen 32 Jahren noch nie gefühlt habe. Mein Energielevel ist unglaublich hoch, im Fitnessstudio kann ich viel mehr Gewicht stemmen, meine Haut ist in einem besseren Zustand. Ich fühle mich leicht, überhaupt nicht aufgebläht, frisch. Es ist schwer, etwas zu essen zu finden, was ich richtig liebe, und trotzdem mache ich weiter. Ich bin angewidert von dem, was in unserem Essen ist, vor allem im Fleisch.“

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