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Pause durch Virus-Krise : Welchen Sportlern die Corona-Absagen Zeit schenken

  • Aktualisiert am

Die Zeit des verletzten Niklas Süle bis zur EM wurde knapp – nun aber ist das Turnier um ein Jahr verschoben. Bild: Picture-Alliance

Nichts geht mehr im Sport. Alle großen Wettkämpfe auf der Welt sind in der Corona-Krise zumindest erstmal verschoben. So tragisch die Lage ist: Manchen Athleten kommen spätere Termine nicht ganz ungelegen.

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          Die Fußball-Bundesliga pausiert ebenso wie die Tennis-Tour. Die Formel 1 wartet auf ihren Saisonstart, Olympia und Fußball-EM sind verschoben. Das Coronavirus hat den Sport kräftig durcheinandergewirbelt. Die Absagen und Verschiebungen kommen manchem Sportler aber nicht ganz so ungelegen.

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          Leroy Sané und Niklas Süle: Eine Prognose, ob die beiden wichtigen Spieler rechtzeitig für die Fußball-Europameisterschaft in diesem Sommer fit werden, fiel auch Bundestrainer Joachim Löw schwer. Beide hatten sich in der ersten Saisonhälfte Kreuzbandrisse zugezogen. Wenn überhaupt wären sie nur mit sehr wenig Spielpraxis zum Turnier im Juni und Juli gereist. Insbesondere bei Bayern-Profi Süle wurde die Zeit knapp. Nun soll das paneuropäische Turnier vom 11. Juni bis 11. Juli 2021 ausgetragen werden. Und der Abwehrchef hat ebenso wie Manchester-City-Angreifer Sané reichlich Zeit, in Form zu kommen.

          Marco Reus: Auch DFB-Kollege Marco Reus bekommt ausreichend Zeit für die Genesung. Der Dortmunder Kapitän hatte sich beim Pokal-Aus bei Werder Bremen Anfang Februar eine komplizierte Muskelverletzung zugezogen und war seitdem nicht mehr zum Einsatz gekommen.

          Robert Lewandowski: Bei den Bayern verpasst der Top-Torjäger weniger Spiele als befürchtet. Ende Februar war bei ihm ein Anbruch der Schienbeinkante am linken Kniegelenk und eine Pause über vier Wochen diagnostiziert worden. Für den Rekordmeister ist der Pole eigentlich unersetzlich. 39 Tore hatte Lewandowski in 32 Saisoneinsätzen in drei Wettbewerben erzielt.

          Roger Federer: Eine Knie-OP nach den Australian Open führte zu einer monatelangen Zwangspause des Tennisstars. Auch Erfolge bei seinen größten Zielen für dieses Jahr – Wimbledon und Olympia – gerieten in Gefahr. Wahrscheinlich scheint, dass auch Wimbledon nicht wie geplant Ende Juni losgehen kann. Seinen Traum vom Olympia-Gold könnte sich der Schweizer 2021 als fast 40-Jähriger verwirklichen. Allerdings überschneiden sich nach derzeitigem Stand die für den Herbst angesetzten French Open mit dem von ihm mit initiierten Laver Cup.

          Angelique Kerber und Andrea Petkovic: Wie Federer hätte auch Kerber die wichtigen und dann abgesagten Turniere in Indian Wells und Miami wegen ihrer langwierigen Oberschenkelblessur verpasst. Die dreimalige Grand-Slam-Siegerin drohte, in der Weltrangliste weiter abzustürzen und bei kommenden Grand-Slam-Turnieren womöglich aus der Setzliste zu rutschen. Nun bleibt die Weltrangliste vorerst unverändert. Und Kerber hat wie ihre Fed-Cup-Kollegin Andrea Petkovic genügend Zeit, zumindest ihre Verletzung auszukurieren. Petkovic musste seit dem Jahresauftakt pausieren und sich am Knie operieren lassen.

          Marcel Nguyen: Der dreimalige Turn-Europameister hatte seine Operation an der Schulter im Oktober, war aber zuletzt wegen Olympia leicht in Panik geraten. Die geschlossenen Hallen machten eine passende Vorbereitung unmöglich. Nun ist sein Tokio-Traum deutlich realistischer. Wäre es beim ursprünglichen Termin vom 24. Juli bis 9. August geblieben, wäre ihm womöglich die Zeit davongelaufen. „Ich habe wertvolle Zeit geschenkt bekommen“, sagte Nguyen, der am Barren und im Mehrkampf 2012 in London Olympia-Silber gewonnen hatte. „Jetzt kann ich mich in Ruhe vorbereiten. Ohne diesen Stress, mich auf Biegen und Brechen auf meinen früheres Leistungsniveau zu bringen“.

          Sebastian Vettel: Die Winter-Testphase der Formel 1 lief für den Ferrari-Fahrer und sein Team wieder einmal ernüchternd. Das neue Auto der Scuderia wirkte unausgereift und konnte das Tempo der Titel-Konkurrenz von Mercedes und Red Bull nicht kontern. Vettel hatte sich bereits auf einen schwierigen Saisonstart eingestellt, als das Auftaktrennen in Australien kurzfristig abgesagt wurde. Bis mindestens Juni ist die Rennserie nun in der Corona-Pause, die Teams machen vorerst Werksferien. Ab Mitte April aber könnte Ferrari versuchen, den Entwicklungsrückstand aufzuholen und noch mal kräftig das Auto umbauen. Die Zeit bis zu einem möglichen Neustart wäre die Chance für die Ferrari-Ingenieure – und am Ende für Vettel.

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