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Sportförderung in Qatar : „Geld spielt keine Rolle“

  • -Aktualisiert am

Auch Stefan Effenberg spielte in Qatar Fußball Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Mit viel Geld möchte das Emirat Qatar seinen Sport-Nachwuchs bis zur Weltspitze fördern. Dafür wurde mit dem „Aspire-Dome“ die größte Sporthalle der Welt gebaut. Anschauungsunterricht nimmt sich der Kleinstaat vom Persischen Golf bei Bayer Leverkusen.

          Zwölf Jahre, so lange haben sie Zeit, sagt der Thronfolger. Spätestens dann will Abdullah Bin Khalifa Al Thani „Champions made in Qatar“ ganz oben auf den Siegerpodesten dieser Welt sehen. Für dieses ehrgeizige Ziel hat das künftige Oberhaupt des Emirats Qatar einen hohen dreistelligen Millionen-Dollar-Betrag aus dem Staatshaushalt lockergemacht. Frei nach der vom russischen Mäzen des FC Chelsea, Roman Abramowitsch, zu neuer Blüte getriebenen Devise „Erfolg ist käuflich“ entstand vor den Toren Dohas eine Sport-Akademie der Superlative: „Aspire“ - Academy of Sports Excellence.

          Mit einer Nachwuchsförderung, dessen Ausmaße seinesgleichen sucht, wollen die Qatarer den arrivierten Sportnationen auf die Pelle rücken. Dazu gehört auch, mit diesen zusammenzuarbeiten und (noch) zu lernen, wie eine Kooperation mit der im Ausland wohlbekannten Sportsektion von Bayer Leverkusen beweist. 80 Nachwuchssportler aus Qatar waren deshalb gerade für ein dreiwöchiges Trainingslager zu Gast in Leverkusen - samt Trainerstab und Ausrüstung fast eine ganze Maschine der Qatar Airways.

          Größte Sporthalle der Welt

          Bislang ist das Emirat im Sport eher mit der Verpflichtung von alternden Fußballstars wie Stefan Effenberg und Mario Basler für die heimische Liga, zwei ATP-Turnieren oder durch die jüngsten Investitionen in die German Open im Tennis in Berlin und am Hamburger Rothenbaum in Erscheinung getreten. Doch bevor es nach der offiziellen Eröffnung von „Aspire“ im November richtig losgeht, haben sie sich mit dem Bau des „Aspire-Dome“ - mit 250.000 Quadratmeter überdachter Fläche die größte Sporthalle der Welt - bereits selbst ein (Sport-)Denkmal gesetzt.

          Weltmeister über 3.000 Meter Hindernis: Saif Saaeed Shaheen aus Qatar

          Im Bauch des Monumentalbaus befinden sich neben einem Fußballfeld samt Tribüne für 8.000 Zuschauer, einem Leichtathletikzentrum mit Platz für 3.000 Besucher, einem olympischen Schwimmbecken sowie einer Halle für Ballsportarten (jeweils für 1.500 Zuschauer) auch Anlagen für Turnen, Fechten, Tischtennis und Squash. Vom Außenbereich ganz zu schweigen. Bei 50 Grad und mehr im Sommer liefert ein eigenes Kraftwerk den Strom für die Klimaanlagen des Geländes, auf dem die Nachwuchssportler auch wohnen und zur Schule gehen können.

          „Zumindest nicht Letzter im Medaillenspiegel“

          Hier sollen dem Kleinstaat keine Talente durch die Lappen gehen und die Sieger von morgen geformt werden, lautet der eigene Anspruch. Für den riesigen Trainerstab sei nur das Beste rekrutiert worden, was es auf dem internationalen Markt gibt, wirbt die Akademie für sich. „Geld spielt in dieser Phase keine Rolle“, weiß der Leichtathletik-Cheftrainer Ralf Iwan aus eigener Erfahrung. Wenn ein Trainer für die Wurfdisziplinen sagt, er brauche noch einen Wurfring, werde sofort ein ganz neuer Wurfkäfig gebaut. Erste Früchte sollen schon in Kürze geerntet werden. Bei den Asien-Spielen 2006 in Qatar wollen die Gastgeber „zumindest nicht Letzter im Medaillenspiegel“ werden, sagt der deutsche Sportmanager der Akademie, Andreas Bleicher.

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