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Sport & Wirtschaft : „Stadium Store“ und Erinnerungsstücke inklusive

Steuerte Laufschuhe vom Ironman-Sieg zur Ausstellung bei Nike bei: Lothar Leder Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

In seine neue Deutschlandzentrale in Frankfurt hat Nike einen „Stadium Store“ mit einer Ausstellung zu „Sternstunden der Sportgeschichte“ integriert. Auf Schnäppchen sollten Besucher nicht hoffen. Verlangt werden handelsübliche Preise.

          Natürlich übertreiben es die Macher von Nike. Mit nur 83 000 Einwohnern ist Beaverton als Heimatstadt des Sportartikelkonzerns zwar winzig im Vergleich zu New York oder Los Angeles - aber doch so groß, um nicht ohne Straßennamen auszukommen. Gleichwohl ertönt „Where the streets have no name“ von U2 zu einem Kurzfilm über „Sternstunden“ des Konzers. Und dieses Lied der irischen Band paßt auch gut zur neuen Nike-Deutschlandzentrale an der Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Denn als solche ist das von hellbraunem Holz, Metall und Glas geprägte Gebäude auf den ersten Blick nicht erkennbar: Ein Namenszug fehlt. „Die Fifa hat uns mit ihrem sanften Charme überzeugt, daß nach der WM der bessere Zeitpunkt ist, um ein Logo anzubringen“, erläuterte Unternehmenssprecher Olaf Markhoff gestern vor den Gästen der Eröffnung des „Stadium Store“ nahe der Commerzbank-Arena und der Dauerausstellung „Sternstunden der Sportgeschichte“. Schließlich ist nicht Nike, sondern Adidas einer der Hauptsponsoren der WM, deshalb sind die Namenszüge der Konkurrenten der Herzogenauracher während des Großereignisses innerhalb einer Bannmeile rund ums Stadion tabu und müßten verdeckt werden. Da wartet Nike doch lieber.

          Badehose von Groß, Medaille von Kilius

          Einige Dutzend geladene Gäste, unter ihnen Eislauflegende Marika Kilius und Triathlet Lothar Leder, fanden sich gleichwohl pünktlich zur doppelten Eröffnung in dem lichten Bau ein. In dem „Stadium Store“ erwarteten sie 150 Erinnerungsstücke heimischer Sportler: Laufschuhe, mit denen Lothar Leder den „Ironman 2002“ gewann, das „gelbe Trikot“ Dietrich Thuraus von der Tour de France 1977, eine blaßblaue National-Badehose von Michael Groß oder ein Autogrammball der Hockey-Nationalmannschaft von 1972 und eine Gold-Medaille von Kilius aus dem Jahr 1963 zum Beispiel. Auch ein Foto vom Freiluft-Boxkampf zwischen Muhammad Ali und Karl Mildenberger vom 10. September 1966 ist gemeinsam mit einem Originalplakat zu sehen. 200 Quadratmeter nimmt die Ausstellung insgesamt ein, die Häfte der Ladenfläche.

          Die Erinnerungsstücke bilden eine edle Kulisse für die Auswahl an Produkten von Nike, für die der „Stadium Store“ im Grunde gedacht ist. Schließlich will der Sportartikler zeigen, was er zu bieten hat. Da dort viel zuwenig Platz ist, um die gesamte Kollektion aufzufahren, beschränkt sich Nike auf Schuhe und Zubehör für die Sportarten Fußball, Golf, Laufen und Tennis sowie sportliche Freizeitkleidung.

          Kein Fabrikverkauf

          Daß das Geschäft weitab vom Schuß liegt, ficht Nike nicht an. Die Frage, ob in der Zentrale ein Geschäft integriert wird, hat sich gar nicht gestellt, wie Markhoff sagt. Der „Stadium Store“ zielt demnach weniger auf breite Käuferschichten als auf Vereine, Verbänden und Sportler, die oft an der Arena sind. Nike spielt dennoch mit dem Gedanken, das Geschäft vor den Eintracht-Spielen zu öffnen. Schnäppchen wie bei einem Fabrikverkauf sollten die Besucher jedoch nicht erwarten: Verlangt werden handelsübliche Preise.

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