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Sport kompakt : Mills selbstbewusst, Behrmann auf Jobsuche

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Unter den Fahrern ein Freund wie kein anderer: Senna mit Rennarzt Sid Watkins in Montreal 1993 Bild: niversal Pictures

Der TBV Lemgo stellt Strafanzeige gegen seinen ehemaligen Geschäftsführer Zerbe. Die Formel-1 trauert um Rennarzt Watkins. Und der Hockey-Bund trennt sich von Damen-Trainer Behrmann. Sport kompakt am Donnerstag.

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          Der Handball-Bundesligaklub TBV Lemgo stellt Strafanzeige gegen seinen ehemaligen Geschäftsführer Volker Zerbe. Zudem hat der ostwestfälische Klub Fynn Holpert von seinen Aufgaben als Geschäftsführer entbunden. Das teilte der Verein nach einer Sitzung des TBV-Beirats an diesem Donnerstag mit. Man habe sich dazu „entschieden, das Angebot von Fynn Holpert anzunehmen und ihn von seinem Amt als Geschäftsführer zu entbinden“, hieß es in einer Pressemitteilung. Als Interimsgeschäftsführer setzte der Klub Christian Sprdlik ein, den Geschäftsführer der Handball Lemgo Spielbetriebs GmbH. Hintergrund der Maßnahmen sind staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen Holpert, die am Mittwoch bekanntgeworden waren.

          Die Formel 1 trauert um ihren langjährigen Rennarzt Sid Watkins. Der Neurochirurg, der zahlreichen Fahrern durch seine schnelle Hilfe an den Rennstrecken das Leben gerettet hat, starb am Mittwoch im Alter von 84 Jahren. „Ruhe in Frieden, Professor Sid Watkins. Schlechte Nachrichten für die, die zurückbleiben“, erklärte Bruno Senna, dessen Onkel Ayrton Senna 1994 bei einem fatalen Crash in Imola ums Leben gekommen war. Watkins, ein Liebhaber von Zigarren und Whisky, hatte sich damals unmittelbar nach dem Unfall um den Brasilianer gekümmert, mit dem ihn auch eine tiefe Freundschaft verband. Watkins war damals an Sennas Seite, als dieser um sein Leben kämpfte. Später sagte Watkins zu den bewegenden Momenten, von Senna sei ein kleiner Seufzer gekommen. Es sei spürbar gewesen, wie Sennas Seele aus dem Körper getreten sei. Wenige Stunden später war Senna tot.

          Auf der gleichen Strecke war zuvor auch Sennas Landsmann Rubens Barrichello schwer verunglückt, kam aber mit einer gebrochenen Nase davon. „Es war Sid Watkins, der mir in Imola das Leben gerettet hat. Er war ein großartiger Mensch, danke für alles, was du für uns getan hast“, sagte Barrichello nach der Nachricht vom Tod von „Doktor Sid“.

          Unentschieden im Nordderby: Hamburg und Flensburg spielen 25:25

          Der Deutsche Hockey-Bund (DHB) hat die Konsequenzen aus dem enttäuschenden Abschneiden der deutschen Hockey-Frauen bei den Olympischen Spielen in London gezogen. Der Verband teilte am Mittwoch mit, die Zusammenarbeit mit Frauen-Bundestrainer Michael Behrbaum nicht fortsetzen zu wollen. Behrmanns Kontrakt läuft zum Jahresende aus. Ein Nachfolger steht noch nicht fest, erste Gespräche laufen.

          Mit Platz sieben in London konnten die Zielvorgaben des DOSB nicht eingehalten werden, heißt es in der Erklärung. „Persönlich ist mir die Entscheidung sehr schwer gefallen, da ich seit vielen Jahren mit Michi Behrmann in verschiedenen Positionen sehr vertrauensvoll und gut zusammen gearbeitet habe. Dennoch sind wir nach der Analyse der Olympischen Spiele zu der Auffassung gekommen, in Damenbereich einen Neuanfang zu machen“, sagte DHB-Sportdirektor Heino Knuf. „Mit dem Risiko, dass ein Vertrag nicht verlängert wird, muss man als Trainer leben. Jetzt werde ich in den nächsten Wochen eine neue Herausforderung suchen und freue mich auf eine neue Aufgabe,“ sagte Behrmann, der sich bei Team und Mitarbeitern bedankte. Der Hamburger Behrmann hatte die Nationalmannschaft Ende 2006 von Markus Weise übernommen und bei zwei Olympischen Spielen, einer Weltmeisterschaft, sechs Champions Trophys sowie drei Europameisterschaften betreut. Bei zehn der zwölf Turniere erreichte das Halbfinale.

          Im Topspiel der Handball-Bundesliga am Mittwoch haben sich der HSV Hamburg und Vizemeister SG Flensburg-Handewitt 25:25 (14:13) getrennt und sind den Füchsen Berlin damit nicht nähergekommen. Der Tabellenführer erreichte nach vier Siegen in Folge nur ein 27:27 (15:16) gegen die MT Melsungen, bleibt mit 9:1 Zählern und einem Spiel mehr jedoch vorn. Meister THW Kiel (6:0) gab sich derweil gegen GWD Minden keine Blöße und feierte durch ein ungefährdetes 37:26 (15:10) seinen dritten Saisonsieg. Im vierten Spiel des Abends bezwang der TuS N-Lübbecke den SC Magdeburg durch eine starke zweite Hälfte mit 29:24 (11:12).

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