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Spionageskandal im Baseball : Klopfzeichen auf der Mülltonne

  • -Aktualisiert am

Sieg im Jahr 2017: Die Houston Astros um Manager A.J. Hinch (Mitte) gewannen die World Series der MLB. Bild: AP

Es ist ein Skandal, wie ihn die Baseball-Welt lange nicht gesehen hat. Der amerikanische Meister von 2017 wird dafür hart bestraft. Was haben die Houston Astros getan? Und wie konnte das passieren?

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          Das System war technisch ausgetüftelt und nicht einfach zu entdecken. Zu ihm gehörte eine Videokamera im Stadion, die das Geschehen einfing. Ein kleiner Monitor in einem Gang zwischen Ersatzbank und Umkleidekabine und eine Person, die mit Klopfzeichen auf einer Mülltonne die Kerninformation akustisch kodiert weiterleitete.

          Die Idee hinter diesem drahtlosen Netzwerk war vergleichsweise simpel: Bei den Houston Astros hatte man herausgefunden, dass man so als Heimmannschaft im eigenen Stadion einen unschätzbaren Vorteil gegen alle angereisten Mannschaften erlangen würde. Wodurch? Es war der Weg, um den eigenen Spielern live die verschlüsselten Taktikanweisungen der gegnerischen Trainer an ihre Pitcher und Catcher zu übermitteln. Die Methode, die das Sportmagazin „The Athletic“ im November aufgedeckt hatte, war offensichtlich von erheblichem Wert. Die Houston Astros gewannen 2017 die World Series, wurden zum ersten Mal in der fast sechzigjährigen Geschichte des Klubs nordamerikanischer Baseball-Meister und hätten dieses Kunststück im letzten Herbst beinahe wiederholt.

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