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„Corona auch als Chance sehen“ : Spieler initiieren Bundesliga im Beachvolleyball

Raus aus dem Schatten: Beachvolleyball geht auch in Corona-Zeiten. Bild: EPA

Um der sportlichen Schockstarre zu entkommen, die das Corona-Virus auslöste, haben Beachvolleyballer Alexander Walkenhorst und Gleichgesinnte ein Konzept ersonnen, um die Saison zu retten.

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          Alexander Walkenhorst kann als unübersehbare Größe in der deutschen und auch internationalen Beachvolleyball-Szene bezeichnet werden. Mit seinen 2,06 Meter Körperlänge gilt er selbst unter den Riesen am Netz als markante Figur. Und weil sich der 31-Jährige auch selten um eine Meinungsäußerung drückt, ist er auch schwer zu überhören. „Als ich von der Absage der Saison erfahren habe, wollte ich keine einzige Sekunde verschwenden“, erklärt der Routinier aus Essen hinsichtlich der Corona-Problematik, die den weltweiten Sportkalender auch bei den Beachvolleyballern auseinander gepflückt hat.

          „Mitleidsbekundungen einsammeln“ sei nicht seine Sache, meinte Walkenhorst. Gleichwohl wollte auch er nicht wahrhaben, dass er den ganzen Winter trainiert hatte, um dann „im Sommer nicht spielen zu können“. Aus der Not der abgesagten Saison heraus entwickelte er stattdessen gemeinsam mit seinem Beach-Kollegen Daniel Wernitz und dem Sportmanager Constantin Adam eine neue Idee, doch noch das Beste aus dem abgebrochenen Sommer machen zu können. „Die Verantwortlichen im Volleyballverband verharrten in Schockstarre“, meinte Walkenhorst im Gespräch mit FAZ.NET. Er selbst sah „Corona aber auch als Chance“, etwas Neues zu entwickeln.

          Acht Teams bei Männern und Frauen

          Die drei Sportfreunde, die sich nicht ganz unbescheiden „Vordenker“ nennen, haben eine Beachvolleyball-Bundesliga konzipiert, die es so noch nie gab. Anstelle der Turniere, die normalerweise quer durch Deutschland stattfinden, wird die Liga vom 13. Juni an einem Ort ausgespielt, in Düsseldorf. Das Konzept sieht vor, dass jeweils acht Teams bei Männern und Frauen jeweils zwei Wochen lang im Ligasystem viermal jeder gegen jeden spielen. Beim anschließenden Final-Four-Wochenende am 11./12. Juli werden die deutschen Meister ermittelt. 

          „Wir freuen uns, dass der Beach-Sommer wieder Fahrt aufnimmt“, sagt der Sportdirektor des Deutschen Volleyball-Verbandes, Niclas Hildebrand, zu der Privatinitiative, die seiner Sportart neuen Schwung verleihen könnte. „Wir haben zwei Monate mit der Stadt Düsseldorf verhandelt, gibt Manager Adam Einblicke in das schwierige Prozedere, ehe kurzfristig der Plan stand. „Am Montag haben wir das Go bekommen.“

          Das Hygienekonzept sieht vor, dass die Teilnehmer fünf Tage vor dem Turnierstart und vor Spielbeginn auf Corona getestet werden. Alle Sportler wohnen im gleichen Hotel unmittelbar an der Fußball-Arena, in deren Umfeld auch die beiden Beachvolleyballfelder zu finden sind. Das Gelände wird weitläufig abgesperrt, damit sich keine Zuschauer anschleichen können. Medial begleitet wird das Turnier von der Streaming-Plattform Twitch, auf der alle Spiele der Beachliga live und kostenfrei zu sehen sein werden. „Ziel ist es, die Finalspiele auch im Fernsehen zu übertragen“, verrät Adam. Doch erst mal sollen die Spiele beginnen.

          Das Teilnehmerfeld bewegt sich auf „klassischem deutschen Tour-Niveau“. Topstars wie Olympiasiegerin Laura Ludwig mit Partnerin Margareta Kozuch sowie die WM-Zweiten Julius Thole/Clemens Wickler fehlen. Doch die Teams dahinter können sich sehen lassen. Bei den Frauen führen die deutschen Meisterinnen von 2018, Victoria Bieneck/Isabel Schneider, das Ranking an. Die ehemalige WM-Zweite Karla Borger tritt gemeinsam mit U18-Europameisterin Svenja Müller an. Auch Alexander Walkenhorst selbst spielt mit, diesmal mit Sven Winter. Ehrgeizig wie er ist als Profisportler, möchte er nicht nur als Gastgeber überzeugen, sondern möglichst auch noch gewinnen.

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