https://www.faz.net/-gtl-12wgv

Speedjumping : „Ich habe die Siebenmeilenstiefel mal getestet“

  • Aktualisiert am

August Stabauer: Sprungstelzen zu verkaufen Bild:

August Stabauer betreibt „Speedjumping“. Mit Fiberglasstelzen macht er drei Meter große Sprünge und sprintet fast 40 Stundenkilometer schnell. Der Sprungstelzen-Händler aus Linz im FAZ.NET-Gespräch.

          2 Min.

          August Stabauer verkauft Sprungstelzen und betreibt „Speedjumping“. Der Händler aus Linz im FAZ.NET-Gespräch.

          Herr Stabauer, würden Sie sich als Siebenmeilenstiefelläufer bezeichnen?

          Jein. Ich habe die Siebenmeilenstiefel mal getestet, die haben sich dann aber verbogen. Da habe ich dann den Hersteller gewechselt.

          Hersteller? Gibt es denn mehrere? Und wie haben sich die Siebenmeilenstiefel verbogen? Die sollen doch angeblich aus Leder sein?

          Nein, nein. Sie denken an die aus dem Märchen. Ich meine aber das österreichische Produkt, das „Siebenmeilenstiefel“ heißt.

          Ihre „Siebenmeilenstiefel“ waren also keine Wunderdinger?

          Richtig. Der Hersteller hat diesen sehr klugen Namen gewählt, der natürlich marketingmäßig einiges hergibt. Aber was er baut, sind Sprungstelzen, die man auch Bocks oder, nach dem deutschen Produkt, Speedjumper nennt.

          Und wie sehen solche Sprungstelzen aus?

          Das sind Sprunggeräte aus Aluminium, die man sich unter die Füße schnallt. Ein wenig wie kurze Stelzen sehen sie eben aus. Die heutigen Modelle funktionieren mit einer Fiberglasfeder, die Sprünge von knapp drei Metern Höhe ermöglicht. Mit der richtigen Technik kann man fast 40 Stundenkilometer schnell damit sprinten. Und es ist wirklich nicht besonders schwer, da können Groß und Klein mitmachen.

          Es klingt aber, mit Verlaub, auch nicht ganz ungefährlich für Groß und Klein.

          Ich sage es mal so: Wenn man bei solchen Geschwindigkeiten fällt, dann fällt man auch richtig. Aber da kann sich ja jeder selbst aussuchen, wie schnell er laufen oder wie hoch er springen will.

          Was macht Ihnen denn mehr Spaß, das Laufen oder das Springen?

          Für das Laufen fehlt mir ein wenig die Kondition, wenn ich ehrlich bin. Weil die Sprungstiefel eben auch nicht ganz leicht sind. Ein einzelner wiegt schon zwischen drei und fünf Kilo. Laufen wird dann zum Extremsport. Daher springe ich lieber.

          Immer auf der Stelle?

          Nein, nein! Das ist ja das Schöne daran, das ist wie ein Trampolin, das man immer dabei hat. Ich laufe damit dann so gemütlich herum, und wenn es mich juckt, springe ich mal auf eine Telefonzelle.

          Aha.

          Ja wirklich! Das ist mit den Geräten und ein wenig Übung nämlich überhaupt kein Problem.

          Und wie reagieren die Leute auf solche Kunststücke?

          Ganz verschieden. Manche sagen: „Die Dinger gibt's also wirklich!“ Denn im Fernsehen hat man's ja schon ein paar Mal gesehen. Alte Leute haben manchmal Angst vor mir, die kennen das halt nicht, und ein wenig wie ein Roboter oder Androide sieht man vielleicht schon damit aus.

          Wie viele Leute betreiben Ihrer Einschätzung nach solches „Speedjumping“?

          Ehrlich gesagt, keine Ahnung.

          Na, wie viele haben Sie denn letztes Jahr verkauft in Österreich?

          An die 60 Paar, würde ich schätzen. Aber sicherlich werden viele auch die chinesischen Kopien gekauft haben, die kann man im Internet bestellen zu einem Bruchteil des Preises, den unsere Qualitätsprodukte kosten.

          Warum sollte man bei solchen Preisunterschieden dann Ihre Sprungstiefel kaufen?

          Das müssen Sie halt selber entscheiden, ob Sie auf chinesischen Plastikschrauben 40 Sachen laufen wollen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Je mehr Privatpatienten in einem Gebiet, desto mehr Ärzte lassen sich dort nieder. Aber liegt das am Geld oder am sozialen Umfeld?

          Gesundheitswesen : Abschaffung der Privatkassen soll Milliarden sparen

          Der Beitrag für jeden gesetzlich Versicherten könnte um 145 Euro im Jahr sinken, wenn die Privatkassen abgeschafft würden. Das behauptet eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Beamte, Ärzte und Wissenschaftler halten die Berechnungen für hanebüchen.
          Jetzt wird’s ernst, und wer auf frischer Tat ertappt wird, kommt aus dem Schlamassel kaum heraus.

          So wehrt man sich : Wenn ein Bußgeld winkt

          Wie man sich am besten gegen Vorwürfe wehrt, man sei zu schnell gewesen, habe keinen Abstand gehalten oder sei bei Rot über die Ampel. Nur wer in flagranti erwischt wird, hat wenig Chancen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.