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Endspurt der Vendée Globe : „Ich kann nicht glauben, dass das Ende so nah ist“

Dem Ziel so nah: Charlie Dalin ist in bekannten Gewässern unterwegs Bild: AFP

Für den führenden Charlie Dalin ist es surreal, dass der Zielhafen der Vendée Globe immer näher kommt. Wer gewinnen wird, ist noch unklar. Auf den letzten Metern wird sich entscheiden, welche Strategie aufgeht.

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          Charlie Dalin sieht müde aus, kleine dunkle Schatten umrahmen seine Augen. „Ich kann nicht glauben, dass das Ende so nah ist – es nur noch 36 Stunden sind“, sagt der französische Skipper Dienstagmittag im Gespräch mit der Rennorganisation. Seine Yacht wird Mittwochabend erwartet. Nur etwa 450 Seemeilen sind es bis zum Zielhafen in Les Sables-d’Olonne.

          Dalin führt momentan die Flotte an, doch wer am Ende auf dem Podium stehen wird, ist ungewiss. Denn die Zeitgutschriften der Segler, die an der Suche von Kevin Escoffier beteiligt waren, werden erst verrechnet, wenn sie im Ziel sind. Für Boris Herrmann, der dicht hinter Dalin an zweiter Stelle segelt, sind es sechs Stunden, für den fünftplatzierten Yannick Bestaven sogar zehn Stunden und 15 Minuten – alles ist möglich.

          Unterschiedliche Strategien

          Beide Segler verfolgen eine völlig andere Strategie. Während Besthaven im Nordwesten auf den Starkwind setzt, segelt Herrmann viel näher an der Küste, am Dienstagnachmittag am Kap Finisterre in Spanien. Dort sind die Wetterverhältnisse deutlich schwieriger zu deuten. „Der Wind ist hier nicht so, wie er vorhergesagt wird“, sagt Will Harris vom Team Malizia, der Herrmanns Trainingspartner ist. Da müsse man wirklich zwischen den Zeilen lesen, um zu wissen, was der Wind wirklich tun werde.

          Charlie Dalin segelt auf einem ähnlichen Kurs wie Herrmann – er kennt die Gewässer. Seit zehn Jahren fährt er Rennen dort. „Das ist meine Gegend. Ich habe hier bereits in jede mögliche Richtung gekreuzt.“ Er kennt alle Optionen. Bei diesem Rennen wird es auf die letzten Meter ankommen. Wenn Boris Herrmann gewinnen würde, wäre er der erste Deutsche, der das geschafft hätte.

          Auf dem Meer bekam Herrmann immer wieder Nachrichten von Menschen, die ihn unterstützen. Auch Klimaaktivistin Greta Thunberg hielt mit ihm Kontakt und ließ ihn wissen: „Du hast immer gesagt, unter die Top 5 zu kommen, würde sich wie ein Sieg anfühlen – und nun das. . . Was für ein großartiger Erfolg, egal wie es jetzt noch endet.“ Herrmann hatte Thunberg im Spätsommer 2019 auf einer Yacht über den Atlantik nach New York gesegelt. „Es macht mich wirklich glücklich zu sehen, dass Segelfans auf der ganzen Welt und in ganz Deutschland nun wissen, was für eine großartige Person du bist“, schrieb sie.

          Die Vendée Globe gilt als die härteste Regatta für Einhandsegler. Sie begann am 8. November an der französischen Atlantikküste und führt entlang des Südpolarmeeres einmal um den Globus. Mit Boris Herrmann nimmt erstmals ein Deutscher teil.

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