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Spanien-Rundfahrt : Gesamtsieg für Winokurow - Tagessieg für Zabel

  • Aktualisiert am

Spurtsieger Erik Zabel Bild: dpa

Alexander Winokurow hat sich zum Abschluß der Vuelta seinen ersten Gesamtsieg bei einer großen Rundfahrt nicht mehr nehmen lassen. Beim Massenspurt der letzten Etappe feierte Erik Zabel seinen zweiten Etappensieg.

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          Der sonst eher gelassene Alexander Winokurow stand mit strahlendem Lachen auf der obersten Stufe des Siegerpodests in Madrid. Der 33jährige Kasache gewann die 61. Vuelta mit 1:12 Minuten Vorsprung vor seinem härtesten Widersacher Alejandro Valverde aus Spanien und damit die erste Länder-Rundfahrt seiner Karriere. Mit ihm um die Wette strahlte Erik Zabel (Unna), der im Finale am Sonntag nach 142 Kilometern seinen zweiten diesjährigen Etappensieg feierte und als dritter Deutscher Profi im Madrid gewann.

          Das Gelbe Trikot in Spanien war Winokurows Trostpflaster für die entgangene Tour-de-France-Teilnahme und ein Versprechen für die Zukunft. „Jetzt konzentriere ich mich 100 Prozent auf die Tour. Ich kann auch dort gewinnen - Armstrong hat das auch mit 33 Jahren geschafft“, sagte Winokurow, der im Anschluß an die bescheidene Siegesfeier gleich nach Salzburg reiste. Dort zählt der Astana-Kapitän am kommenden Sonntag bei der Straßen-WM zu den Topfavoriten. Aber auch mit dem topmotivierten Zabel wird zu rechnen sein.

          Auch „Saubermann“ Valverde in Fuentes-Affäre verwickelt?

          Den dritten Etappensieg eines deutschen Profis hatte Robert Förster (Leipzig/Gerolsteiner) perfekt gemacht - im Gesamtklassement spielen die einheimischen Kollegen von Zabel und Förster erwartungsgemäß keine Rolle: Bester von ihnen unter den 134 Fahrern, die Madrid erreichten, war der Berliner Torsten Hiekmann (Gerolsteiner) auf dem 57. Platz 1:40:01 Stunden hinter Winokurow, auf dessen Sieg ein leichter Schatten fiel.

          Winokurow und sein Teamgefährte  Kaschetschkin
          Winokurow und sein Teamgefährte Kaschetschkin : Bild: AFP

          Zusammen mit der Vuelta-Zweiten Andrej Kaschetschkin hatte er in der vergangenen Woche einen Bluttest verpaßt. Als die Ärzte des Weltverbandes UCI früh morgens im Fahrer-Hotel anrückten, befanden sich die beiden Profis schon auf dem Weg zum Start. Die Kontrolleure seien eben etwas zu spät gekommen, Sanktionen gegen Winokurow und seinen Adlatus hätte das nicht zur Folge, ließ die UCI umgehend wissen. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ könnte nun doch auch der Zweitplazierte Valverde, bisher in Spanien der gefeierte „Saubermann“, in die Doping-Affäre Fuentes verwickelt sein. Die Zeitung zeigte einen Ausriß aus den Praxis-Akten mit Hinweisen auf den ProTour-Spitzenreiter.

          Astana will stärkstes Team werden

          Winokurows Name erscheint nicht in den Unterlagen der Guardia Civil. Trotzdem durfte sein neues Team bei der Tour nicht starten, weil sieben Fahrer aus seiner Vorgänger-Mannschaft Liberty Seguros wegen ihrer mutmaßlichen Verwicklung suspendiert wurden. Deshalb stand Astana mit zu geringer Mannschaftsstärke am Start und wurde nach Hause geschickt. Im nächsten Jahr soll das nicht passieren. Zur Not will Winokurow, der am Samstag an seinem 33. Geburtstag über 27,5 Kilometer im Zeitfahren seinen dritten Vuelta-Etappensieg feierte, auch ohne ProTour-Lizenz bei allen wichtigen Rennen starten. „Bei unserer Mannschaft-Aufstellung werden wir überall eingeladen“, ist sich der neue Sportchef Walter Godefroot sicher.

          Der Astana-Manager Marc Biver bemüht sich zwar noch um die immer noch von Manolo Saiz - einer der Schlüsselfiguren in der Doping-Affäre - gehaltenen Lizenz. Aber der frühere Liberty-Chef, nur gegen Kaution auf freiem Fuß, soll drei Millionen Euro und einen Posten für sich im neuen Team gefordert haben. Die von führenden kasachischen Wirtschaftsunternehmen gesponserte Equipe leistet sich 2007 neben Winokurow/Kaschetschkin im nächsten Jahr den Tour-Dritten Andreas Klöden und den zweifachen Giro-Gewinner Paolo Savoldelli und will zum stärksten Team im Profiradsport werden.

          Am Start in Madrid hatte sich mit Floyd Landis, nach der Tour des Testosteron-Dopings überführt, ein nicht besonders gern gesehener Gast präsentiert. Der Amerikaner, dessen Anwälte auf Verfahrensfehler pochen und einen Freispruch wollen, droht eine zweijährige Sperre und die Aberkennung des Toursiegs.

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