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Spätes Doping-Geständnis : Marion Jones macht ihrer Lebenslüge ein Ende

  • Aktualisiert am

Nun urteilt Amerikas Justiz über den einstigen Liebling der Nation Bild: REUTERS

Nach jahrelangem Leugnen hat Marion Jones endlich gestanden: Sie war bei ihren Olympiasiegen gedopt. Nun muss die bald 32 Jahre alte zweifache Mutter wegen Falschaussage unter Eid mit Haft rechnen und dürfte ihre Goldmedaillen von Sydney verlieren.

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          Sie war vier Jahre lang der Wahrheit auf allerlei Weise einfach nur davongelaufen. Sie hatte wiederholt öffentlich bestritten, „jemals“ verbotene Mittel eingenommen zu haben, und sich sogar einem Lügendetektortest unterzogen, um zu beweisen, dass hinter ihrem unschuldigen Lächeln ein Mensch steckt, der auch unschuldig war. Sie hatte sich mit einer Zivilklage gewehrt, als der Mann, der ihr den Stoff verkaufte, im Fernsehen erklärte, auf welche Weise sie sich die Substanzen verabreicht hatte. Und alles nur, um die Mär einer Athletin aufrechtzuerhalten, die, obwohl umgeben von lauter dopenden Sportlern, dopenden Lebensgefährten und dopenden Trainern, angeblich immer den geraden Weg gegangen war.

          Die große Lebenslüge ist zusammengebrochen. Marion Jones war vor wenigen Wochen gezwungen, gegenüber Vertretern der amerikanischen Strafverfolgungsbehörden die Widersprüche all jener Aussagen aufzuklären, die sie bei staatsanwaltlichen Vernehmungen gemacht hatte. Sie war sich über die Folgen bewusst, sonst hätte sie nicht vor kurzem einen Brief an Familienangehörige und Freunde geschickt, in dem sie zugab, was ohnehin nicht mehr zu leugnen war: die Einnahme der leistungsfördernden Anabolikasubstanz THG (Tetrahydrogestrinon) aus dem Labor der Firma Balco, die unter dem Tarnnamen „The Clear“ vertrieben worden war.

          „Möchte mich für alles entschuldigen“

          Vor nicht allzu langer Zeit wäre die Nachricht von dem brieflichen Geständnis, von dem am Donnerstag die „Washington Post“ als erste Zeitung berichtet hatte, noch als mittlere Sensation bewertet worden. Denn kein amerikanischer Sportler, abgesehen von Radrennfahrer Lance Armstrong, hatte im Angesicht derart eindeutiger Indizien jahrelang so vehement die Einnahme von illegalen Substanzen bestritten.

          Sowohl Ex-Ehemann C.J. Hunter...

          Marion Jones wird aller Voraussicht nach nicht nur die in Sydney 2000 gewonnenen fünf olympischen Medaillen, darunter drei goldene, verlieren, sondern wegen Falschaussage für mehrere Monate ins Gefängnis gehen müssen. „Ich möchte mich für alles entschuldigen. Es tut mir leid, dass ich alle in vielen Dingen enttäuscht habe“, heißt es in dem Brief.

          Folgenschweres Geständnis

          Im Balco-Verfahren trat sie im Jahr 2003 in San Francisco als Zeugin auf, in dem der erste große Doping-Skandal Amerikas hinter verschlossenen Türen aufgerollt wurde. Vermutlich wäre ihr, anders als dem Balco-Kunden Barry Bonds, dem Baseballprofi, eine Anklage wegen uneidlicher Falschaussage erspart geblieben. Aber dann kam im Nachgang der Fall ihres ehemaligen Trainers Trevor Graham, der einst anonym eine Kanüle mit dem damals noch nicht identifizierbaren flüssig verabreichten anabolen Steroid THG an das Doping-Labor der Universität Kalifornien in Los Angeles geschickt und die Enthüllungslawine ausgelöst hatte. Graham wartet auf seinen Prozess wegen Meineids. Als neuerliche Zeugin musste Marion Jones am Freitag von ihrem neuen Wohnsitz Austin/Texas nach White Plains außerhalb von New York reisen, um Zeitungsberichten zufolge ein folgenschweres Geständnis vor der Justiz abzulegen.

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