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Sonderrechte für Sportler : Was die Polizei erlaubt

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Vorbildlich: Um den Currywurststand ihres neuen Lebensgefährten zu eröffnen, hat Pechstein Urlaub genommen Bild: dpa

Für ihre Sportkarriere war Polizeihauptmeisterin Pechstein vom Dienst freigestellt. Wegen ihrer Sperre gibt es aber jetzt keinen Grund mehr für einen Sonderstatus, hat Bundesinnenminister de Maizière festgestellt.

          Es hat eine ganze Weile gedauert, aber nun scheint dem Bundesinnenminister der Kragen zu platzen. Claudia Pechstein, das verlangt Thomas de Maizière mit Nachdruck, soll in der kommenden Woche endlich anfangen, für das Gehalt, das sie vom Steuerzahler bekommt, auch zu arbeiten.

          Die Polizeihauptmeisterin findet das natürlich unbequem. Schließlich hat sie andere Dinge zu tun. Sie sei mit Hoffen und Bangen beschäftigt, ließ die wegen ihrer abnormen Blutwerte gesperrte Eisschnellläuferin wissen. Und mit Warten auf den Bescheid des Schweizer Bundesgerichts, ob ihr Doping-Verfahren neu aufgerollt werden soll.

          Dazu, gab sie an, gäbe es ja noch ihren eigenen sportlichen Anspruch, der sich zuletzt in zwei Siegen beim Inlineskaten in Geierswalde manifestierte. Zusammen mit den Anforderungen eines Jobs sei das „vom Kopf her“ schwer zu bewältigen, meinte die Beamtin. Doch de Maizière findet, dass dies kein Grund sei, am nächsten Dienstag nicht endlich in Uniform bei ihrer Dienststelle zu erscheinen. Schließlich ist Pechstein seit 1993 Bundespolizistin und kann froh sein, dass das Disziplinarverfahren gegen sie eingestellt wurde.

          Für ihre Sportkarriere war die fünfmalige Olympiasiegerin freigestellt. Aber bis zum Ende ihrer Sperre im Februar 2011 darf sie nicht mehr an Eisschnelllauf-Wettkämpfen teilnehmen, und auch das öffentlich geförderte Training ist ihr verboten. Es gibt also keinen Grund mehr für einen Sonderstatus. Immerhin sei lobend erwähnt: Um den Currywurststand ihres neuen Lebensgefährten zu eröffnen, hat sie im Juli Urlaub genommen.

          So klar, wie es ihm als Dienstherr möglich ist, hat Thomas de Maizière nun ihre Kooperation eingefordert, und da nützt es auch nicht viel, dass sie 2014 in Sotschi mit 42 Jahren bei Olympia angeblich noch einmal angreifen will. „Das muss jetzt ein Ende haben“, hat er gesagt. Und das muss es auch.

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