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Emotionale Posterfrau: Suzann Pettersen vom Team Europa jubelt. Bild: dpa

Golf-Legende Suzann Pettersen : „Wow, das ist so cool“

  • -Aktualisiert am

Beim Solheim Cup ist die frühere Top-Golferin Suzann Pettersen „Assistant Captain“ im Team Europa und wirkt nicht nur auf einem Poster als Antreiberin. Sie ist eine reale Motivation für die Rookies.

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          Im Team-Zimmer der Europa-Auswahl hängt ein Riesenposter. Es zeigt die Jubelpose von Suzann Pettersen, nachdem sie vor zwei Jahren den entscheidenden Putt im Solheim Cup auf dem PGA Centenary Course des Gleneagles Hotel in Auchterarder (Schottland) aus 2,10 Metern zum Birdie und zum Sieg im Loch versenkte.

          Die Norwegerin, die damals in der Weltrangliste nach einer fast zweijährigen Mutterschaftspause nur auf Rang 665 geführt wurde, besiegte am 18. Loch im allerletzten Match die Amerikanerin Marina Alex mit „eins auf“ (ein mehr gewonnenes Loch) und holte damit den entscheidenden Punkt zum überraschenden 14 ½ : 13 ½ -Sieg.

          Noch auf dem 18. Grün verkündete sie das Ende ihrer glanzvollen Karriere mit 15 Siegen auf der amerikanischen LPGA-Tour, darunter zwei Majors und sieben auf der europäischen LET Tour. „Das ist der perfekte Abschluss meiner Profikarriere. Diesen Coup ausgerechnet in Schottland zu schaffen, ist ein wahr gewordener Traum. Besser kann es nicht mehr werden. Das war’s.“

          „Zwei Jahre kein einziges Mal Golf gespielt“

          An diesem Wochenende findet im Inverness Golf Club in Toledo (Ohio) von Freitag bis Montag die 17. Auflage des Prestige-Duells zwischen den zwölf besten Profigolferinnen aus Europa und den Vereinigten Staaten statt. Und auch diesmal ist die mittlerweile 40 Jahre Skandinavierin wieder mit von der Partie – und wieder nach einer zwei Jahre währenden Abwesenheit von dem Sport, der ihr Leben so lange bestimmte. „Ich habe die letzten zwei Jahre kein einziges Mal Golf gespielt“, sagte Suzann Pettersen, die im Mai ihr zweites Kind bekam.

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          Nach acht aktiven Teilnahmen hilft die Frau aus Oslo diesmal als einer der „Assistant Captains“ der Schottin Catriona Matthews. Die 52 Jahre alte schottische Kapitänin baut darauf, dass ihre langjährige Mitspielerin im Solheim Cup etwas von ihrem Kampfgeist den „Euros“ vermittelt, die auch diesmal als Außenseiter gelten. Ein Blick auf die Weltrangliste beider Auswahlen belegt, warum den Amerikanerinnen, die zehn der bisher 16 Duelle gewannen, auch diesmal die Favoritenrolle zugesprochen wird.

          Denn das Team USA wird nicht nur von der 23 Jahre alten Weltranglistenersten und olympischen Goldmedaillengewinnerin Nelly Korda angeführt. Mit ihrer fünf Jahre älteren Schwester Jessica (18. der Weltrangliste) wird sie wie schon in Schottland auch diesmal in den Vierern das Top-Duo bilden. Mit Danielle Kang (8) steht eine weitere Top-Ten-Spielerin im Heimteam. Außerdem werden auch noch Lexi Thompson (12) und Lizette Salas (14) höher eingestuft als die beste Europäerin, die Schwedin Anna Nordqvist (16), die vor zwei Wochen das letzte Major (AIG Women’s Open) gewann.

          Vier Rookies beim Team Europa

          „Suzann Pettersen wird immer zu den größten Wettkämpferinnen und Spielerinnen im Frauengolf gehören“, sagte die 34 Jahre alte Anna Nordqvist, die bei acht gemeinsamen Solheim-Cup-Teilnahmen oft mit der Kollegin aus Oslo spielte. „Wow, das ist so cool. Wenn man jedes Mal an dem Poster von Suzann vorbeigeht, ich hoffe, dass auch ich eines Tages den entscheidenden Putt versenken kann“, sagte Matilda Castren.

          Die 26 Jahre alte Finnin, die im Juni ihr erstes Turnier auf der LPGA Tour gewann, gehört wie Sophia Popov zu den vier „Rookies“ in der Europa-Auswahl. Zwar wird die einzige Deutsche im Team in der Hackordnung auf Rang 30 im Europa-Team am zweithöchsten eingestuft, konnte allerdings in den vergangenen Wochen keine guten Ergebnisse erzielen (Platz 40 bei den Olympischen Spielen, verpasster Cut als Titelverteidigerin bei den Women’s Open).

          Aber das mit ihr im Lochspiel, dem Duell Frau gegen Frau, zu rechnen ist, bewies sie im Mai in Las Vegas, als sie erst im siebten Match im Finale Ally Ewing aus den Vereinigten Staaten unterlag. „Ein absoluter Traum ist wahr geworden. Ich könnte nicht aufgeregter sein, Teil dieser Gruppe von tollen Mädels zu sein“, verkündete die 29 Jahre alte Sophia Popov auf Twitter ihre Begeisterung, nach Elisabeth Esterl (2003), Bettina Hauert (2007), Sandra Gal (2011, 2015) und Caroline Masson (2013, 2015, 2017 und 2019) als fünfte Deutsche für Europa antreten zu dürfen.

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