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Ronnie O’Sullivan : „Snooker ist eine sehr einsame Art von Sport“

Der Herr der Kugeln: Ronnie O’Sullivan ist der Superstar des Snooker Bild: Picture-Alliance

Ronnie O’Sullivan bittet bei der WM zu Tisch. Im Interview spricht der fünfmalige Weltmeister über neue mentale Stärke, seine Motivation nach fünf WM-Titeln und sein ambivalentes Verhältnis zum Kultspielort „Crucible Theatre“.

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          Ronnie O’Sullivan hat es immer eilig. Wenn der fünfmalige Weltmeister an diesem Freitag (11.00 Uhr bei Eurosport) zu seiner Zweitrunden-Partie bei der Snooker-Weltmeisterschaft im „Crucible Theatre“ zu Sheffield gegen Ali Carter an den Tisch treten wird, dann mit schneidigem Schritt. So wie er zu gehen pflegt, so spielt der wohl begnadetste Spieler in der Geschichte des Snooker auch. Zackig, ohne große Denkpausen, mutig, offensiv, schnell. Der 42 Jahre alte Billard-Superstar aus England wird deshalb „The Rocket“ genannt, seit er mit ersten Erfolgen auf den großen Bühnen seines Sports auftauchte. Allein sein Spielstil war dabei fast schon ein Verstoß gegen die Etikette des Snooker, wo in absoluter Stille, abgesehen von seltenem Applaus, nur das leise Geräusch des Stoßes mit dem Queue sowie das Klacken der Kugeln beim Aufeinandertreffen zu vernehmen sind. Die Spieler pflegen meist einen zur andächtigen Ruhe passenden Spielstil, mit langsamen Bewegungen von einer Seite des Tisches zur anderen für die richtige Position beim nächsten Stoß. Auch wenn O’Sullivan behauptet, innerlich viel ruhiger geworden zu sein, sitzt er bei gegnerischen Aufnahmen ungeduldig in seiner Ecke, hat alle Geschwindigkeitsrekorde in der beim Fernsehpublikum populärsten Billardvariante gebrochen. 1997 räumte er einmal den kompletten Tisch mit den dafür nötigen 36 perfekten Stößen und der Maximalpunktzahl von 147 Punkten in nur fünf Minuten und acht Sekunden ab, was mit großem Abstand die Bestzeit für dieses seltene Kunststück eines „Maximum“ bedeutet.

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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