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Ski alpin : Podium in weiter Ferne, Fernsehvertrag in Sichtweite

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Im Schnee nichts Neues: Die Österreicherin Marlies Schild gewinnt gleich den ersten Weltcup-Slalom Bild: REUTERS

Die erhofften deutschen Spitzenleistungen waren im Schneetreiben auf der Reiteralm nicht zu erkennen, dafür soll der Deutsche Skiverband in dieser Woche endlich beim Fernsehvertrag klarer sehen.

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          Die erhofften deutschen Spitzenleistungen waren im Schneetreiben auf der Reiteralm nicht zu erkennen, dafür soll der Deutsche Skiverband (DSV) in dieser Woche endlich beim Fernsehvertrag, auf dessen Erlöse er dringend angewiesen ist, klarer sehen.

          Beim Weltcup-Slalom in Österreich waren die beiden Garmisch-Partenkirchener Maria Riesch und Felix Neureuther bei schwierigen Bedingungen mit viel Neuschnee und Wind jeweils auf Rang elf beste DSV-Starter. Während bei den Damen der Sieg an die österreichische Favoritin Marlies Schild ging, überraschte bei den Herren der Schweizer Marc Gini mit seinem ersten Weltcup-Erfolg.

          Alleinunterhalter Neureuther

          Im Sog von Maria Riesch schafften es vier weitere deutsche Damen in die Punkte, bei den Herren bleibt Neureuther weiter der Alleinunterhalter (Siehe auch: Ergebnisse Wintersport). „Eigentlich muss man unter den ersten zehn präsent sein, wenn man das Abschneiden als gut bewerten will“, sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier. In der jungen Damen-Truppe, die mehr Fahrerinnen in den Weltcup-Punkten hatte als jede andere Nation, sah er allerdings Potential. Dagegen ist das Abschneiden der Herren mehr denn je ausschließlich von Neureuther abhängig. „Das ist wieder ziemlich allein auf den Felix zugeschnitten und damit als mittelmäßig zu bewerten“, meinte Maier, der nach der Fernsehkrise – wie jeweils auch die übrigen Disziplin-Verantwortlichen – künftig mit acht Prozent weniger im Etat auskommen muss.

          Die Unterschrift unter den weitestgehend ausgehandelten Fernsehvertrag zwischen dem DSV sowie der ARD und dem ZDF steht unmittelbar bevor. „Wir hoffen darauf, dass das Thema vom Tisch ist, wir sportlich weitermachen können und nicht immer damit konfrontiert werden“, sagte Maier. „Der von Wind und nassem Schnee gebremste Podium-Kandidat Neureuther verpasste es, von der allgegenwärtigen Finanz-Diskussion abzulenken.

          Mit gemischten Gefühlen

          „Marc ist ein netter Kerl, für den es mich total freut. Endlich hat er gezeigt, was er draufhat“, sagte Neureuther, der selbst mit gemischten Gefühlen das tiefverschneite Pichl bei Schladming verließ. „Ich hatte mir mehr erhofft, weil ich im Training eigentlich gut drauf war, aber wichtig ist es, die Sicherheit zum Saisonauftakt zu finden“, sagte der 23 Jahre alte Technikspezialist nach dem Auftritt beim wegen Schneemangels aus dem finnischen Ort Levi ins schon jetzt tiefverschneite Pichl bei Schladming verlegten Rennen. „Ich bin zufrieden mit Felix, aber im weiteren Saisonverlauf muss noch was dazukommen“, sagte Trainer Christian Scholz, der vor allem vom abermaligen Ausscheiden von Alois Vogl (Zwiesel) im ersten Durchgang enttäuscht war.

          Vom Siegerpodium, auf dem neben Gini der Finne Kalle Palander und Manfred Mölgg (Italien) standen, war Neureuther allerdings mehr als eine Sekunde entfernt, und auch die deutschen Damen sahen die Spitzenplätze im Schneegestöber nur aus weiter Ferne. Dennoch blicken Maria Riesch und die Nachwuchsfahrerinnen einem erfolgreichen Winter entgegen. „Dass es gleich zum Anfang der Saison so gut läuft, ist für mich ungewohnt, weil ich sonst immer Startprobleme hatte“, sagte Maria Riesch, die mit einem Sicherheitslauf im zweiten Durchgang ihre ersten Weltcup-Punkte in diesem Winter einfuhr. Kathrin Hölzl (Bischofswiesen/Platz 16), Nina Perner (Karlsruhe/20), Monika Bergmann (Lam/22) und Fanny Chmelar (Partenkirchen/24) punkteten ebenfalls.

          „Man sieht, dass eine Menge Potential in der Mannschaft steckt. Noch ist es nicht voll ausgeschöpft“, betonte Damen-Trainer Mathias Berthold, der sich wie alle beim DSV vor allem von der auch erst 22 Jahre alten Maria Riesch Spitzenplazierungen erhofft. Selbst Marlies Schild kam auf der Reiteralm nicht fehlerfrei durch den Stangenwald. Doch die 26 Jahre alte Slalom-Seriensiegerin war so stark, dass sie sich sogar kleine Aussetzer erlauben konnte und dennoch vor Nicole Hosp (Österreich) sowie Chiara Costazza (Italien) siegte.

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