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WM in Stuttgart : Die unglaubliche Turn-Show der Simone Biles

  • Aktualisiert am

Hingucker in Stuttgart: Simone Biles liefert ein Spektakel. Bild: Reuters

Der Star des Turnens enttäuscht die Fans in Stuttgart bei der WM nicht. Simone Biles steht ein spektakuläres Element als erste Sportlerin der Welt. Deutschlands Turnerinnen sichern sich derweil das Olympia-Ticket.

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          Die deutschen Turnerinnen haben ihre Olympia-Tickets für Tokio gebucht, das Finale der besten acht Teams bei der Heim-WM aber ganz knapp verpasst. Nach dem Ende des zweiten Qualifikationstages bei den Weltmeisterschaften in Stuttgart belegte die DTB-Auswahl mit den beiden Top-Athletinnen Elisabeth Seitz und Sarah Voss sowie Kim Bui, Emelie Petz und Pauline Schäfer Platz neun unter den 24 Mannschaften. „Wir sind sehr froh. Uns sind wirklich Steine vom Herzen gefallen, dass wir die Olympia-Qualifikation gepackt haben. Die Vorfreude auf die Olympischen Spiele ist bereits jetzt schon da“, sagte Cheftrainerin Ulla Koch.

          Eine unglaubliche Turn-Show lieferte der amerikanische Star Simone Biles, die am Abend gleich zum Auftakt unter dem Getöse der rund 8000 Fans in der ausverkauften Schleyer-Halle ihren „Triple-Double“ am Boden zeigte, einen Doppelsalto rückwärts mit drei Schrauben. Das Element wird künftig den Namen der Olympiasiegerin tragen, weil sie das spektakuläre Element als erste Turnerin der Welt bei einer internationalen Großveranstaltung in den Stand brachte. Für ihre Bodenübung erhielt die 22-Jährige aus Ohio den Top-Wert von 14.833 Punkten. Am Ende führte Biles das Team des Titelverteidigers mit 174,605 Punkten wie erwartet auf Platz eins vor China (169,161) und Russland (168,080).

          Koch hatte schon geahnt, dass die Punktzahl von 161,897 und der vierte Rang hinter China, Frankreich und Kanada am ersten Tag wohl nicht ganz reichen würden, um am Ende unter die Top-Acht zu kommen. Und die Konkurrenz leistete sich dann auch wenig Schwächen. So zogen zunächst Großbritannien und Italien, später auch die Niederlande, Russland und die Vereinigten Staaten am deutschen Quintett vorbei. Am Ende fehlten nur 0,034 Punkte auf die Italienerinnen auf Rang acht.

          Zwar sind Seitz und Co. am Dienstag im Team-Finale und der Medaillenvergabe nur Zuschauer. Gleichwohl überwiegt im Lager des Deutschen Turner-Bunds (DTB) die Zufriedenheit über die nun sichere Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 als eines der besten zwölf WM-Teams. „Wir wollten uns für Olympia qualifizieren. Das war das wichtigste“, sagte Seitz, die sich tags zuvor in Topform präsentiert und einen fast optimalen Mehrkampf (54,999 Punkte) gezeigt hatte. „Ich bin extrem zufrieden damit“, sagte die 25-Jährige aus Stuttgart.

          Neben der deutschen Rekordmeisterin, die insgesamt Zehnte wurde, zog auch die 19 Jahre alte Sarah Voss aus Köln (54,132/Rang 14) ins Mehrkampf-Finale der besten 24 Einzelturnerinnen am Donnerstag ein. Ein Riesenerfolg für die Studentin, die in diesem Jahr lange unter Fußschmerzen litt und nur wegen des kurzfristigen Ausfalls von Sophie Scheder einen kompletten Vierkampf absolvierte. „Mir war wichtig, dass ich so gut wie möglich durchkomme. Ich hatte ja nicht damit gerechnet, hier den Mehrkampf zu turnen“, sagte Voss, die als I-Tüpfelchen auch noch ihr erstes WM-Gerätefinale am Balken (13.600) als Achte erreichte.

          Dank ihrer Spitzenübung am Stufenbarren erreichte auch Seitz mit dem Top-Wert von 14,800 Punkten als Vierte das Gerätefinale und kann am Samstag sogar auf eine weitere WM-Medaille hoffen. Bei den Titelkämpfen vor einem Jahr in Doha gewann sie schon Bronze an ihrem stärksten Gerät. Beim finalen Showdown kann sich das Duo wieder auf die Unterstützung durch die Fans verlassen. „Ich hatte Gänsehaut“, sagte Seitz schon nach dem ersten Tag. „Das Publikum in Stuttgart ist für uns da. Das gibt mir viel Energie und Motivation.“

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