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Hohes Risiko im Turnen : Die Horrorgeschichten vor Augen

Simone Biles am 22. Mai beim Aufwärmen für einen Wettkampf in Indianapolis Bild: AFP

Auch wenn Simone Biles sich ärgert: Der Weltverband der Turner will keinen Anreiz für halsbrecherische Risiken geben. Schon einmal wurde eine sowjetische Turnerin zum Opfer der Goldgier – ihr Schicksal bleibt eine Warnung.

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          Juan Antonio Samaranch soll in seiner Zeit als Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) immer wieder eine junge Frau in ihrem Apartment in Moskau besucht haben. Dieser Frau verlieh er sogar den Olympischen Orden in Silber, die höchste IOC-Auszeichnung, die Athleten erlangen können. Und das, ohne dass sie jemals an Olympischen Spielen teilgenommen hätte. Ihr Name war Elena Muchina. Sie lag vom Hals an gelähmt im Bett.

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          Evi Simeoni
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          Was ihn, den großen Instrumentalisierer Olympias, an ihr Krankenlager gezogen hat, ist nicht bekannt. Schlug ihm insgeheim vielleicht doch manchmal das Gewissen angesichts der Methoden des politisierten Sports in Zeiten des Kalten Krieges? Das Schicksal der sowjetischen Turnerin Elena Muchina ist bis heute eine Warnung: Davor, dass der übergroße Ehrgeiz eines Landes, eines Umfelds, eines Trainers einen Sportler zerbrechen kann.

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