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Simeonis Wochenschau : Ein Boxer denkt nach, ein Dribbler ist weg

  • -Aktualisiert am

„Im Scheitern habe ich einen viel größeren Erfolg erzielt, als es mir durch den Sieg gelungen wäre“: Wladimir Klitschko. Bild: dpa

Erstaunliches ist von Wladimir Klitschko nach seinem Niederschlag von Wembley zu lesen. Und in Brasilien verschwinden die sterblichen Überreste eines Fußball-Idols in den Labyrinthen der Bürokratie.

          Chapeau: Erstaunliches ist von Wladimir Klitschko zu lesen. Da hat dieser Mann sein Leben lang regelmäßig Schläge gegen den Kopf bekommen – und doch scheint er zuletzt klüger geworden zu sein. Eigentlich undenkbar, dass der fürchterliche rechte Aufwärtshaken, mit dem ihn im April der Engländer Joshua auf die Umlaufbahn schickte, das in seinem Gehirn bewirkt hat. Und doch: Seit diesem Niederschlag hat der Ukrainer angefangen nachzudenken.

          Chapeau – wir ziehen den Hut!

          Er hat etwas Erstaunliches erkannt: „Im Scheitern habe ich einen viel größeren Erfolg erzielt, als es mir durch den Sieg gelungen wäre“, postete Klitschko am Freitag. Die Zuschauer im Wembley-Stadion, die ihn mit Buhrufen empfingen, hätten ihn mit Applaus verabschiedet. Klitschko erfreut sich am weltweiten Respekt für diesen epischen Schwergewichts-Kampf, in dem er alles geben musste. „Nachdem ich mich all die Jahre stets auf Sieg programmiert hatte, ist dies ein völlig neues Erlebnis“, schreibt Klitschko. Ja klar. So denkt aber natürlich kein Boxer, sondern ein vernünftiger Mann.

          Attaque – hier wird angegriffen!

          Attaque: Dass in Brasilien – freundlich formuliert – ein Riesendurcheinander herrscht, wissen wir nicht erst seit Olympia in Rio im vergangenen Jahr. Aber dass dort sogar die kompletten sterblichen Überreste von Fußball-Idolen in den Labyrinthen der Bürokratie verschwinden, ist neu. Eigentlich sollte Manuel Francisco dos Santos, bekannt als Mané Garrincha, ja jetzt, 34 Jahre nach seinem Tod, ein Mausoleum bekommen auf dem Friedhof seines Heimat-Stadtteils Magé in Rio de Janeiro.

          Aber das geht nicht, denn sie fanden weder in dem einen noch in dem anderen Grab, in denen er vermutet wurde, seine Knochen. Der zweimalige Weltmeister, einer der begnadetsten Dribbler der Fußball-Geschichte, hat sich irgendwie ganz extrem verdünnisiert, ist fortgedribbelt ins ewige Nichts und lässt seine mindestens 15 Kinder ratlos zurück. Die Erklärung: Bei Garrincha, der sich mit 49 Jahren zu Tode soff, wurde offenbar schon früher eine Umbettung verschlampt. Man könnte auch sagen: Er wurde Opfer einer missglückten Auswechslung.

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