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Simeonis Wochenschau : Ein Traum wird gebraucht

  • -Aktualisiert am

Chapeau – wir ziehen den Hut! Bild: F.A.Z.

Gerade in diesen Tagen sollten wir es nicht vergessen: Sport kann auch Gutes bewirken. Wenn da nicht immer solche wären, die ihn seines Geistes beraubten.

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          Chapeau: Jacques Rogge war kürzlich in Ruanda. Aber wie soll man das hier mitbekommen vor lauter Fußballkrawallen und Doping-Katastrophen. Dabei sollten wir in dieser Phase dringender denn je darüber nachdenken, was der Sport uns eigentlich bedeutet. Rogge, Ehrenpräsident des Internationalen Olympischen Komitees, besuchte eins von sechs Flüchtlingslagern, Mahama, in das sich 70.000 Flüchtlinge aus Burundi gerettet haben. Er kam zusammen mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk, und sie brachten Geld mit, 400.000 Dollar.

          Ja, da war etwas von dem Geld dabei, das durch Olympische Spiele hereingekommen ist. In dem Lager gibt es Fußball- und Basketballteams, und Hunderte schauen zu, wenn sie spielen. Mit dem Hilfsgeld reparieren sie Sportplätze, kaufen Ausrüstung und behandeln Verletzte. Der Sport hilft hier, Stress abzubauen, und soll junge Menschen fit fürs Leben machen. Das ist enorm wichtig. Der Traum der Youngsters war immer Olympia. Und heute? Man kann nur appellieren: Politiker aller Couleur: Setzt das nicht aufs Spiel.

          Attaque – hier wird angegriffen!

          Und in der Pfeife geraucht

          Attaque: Aber natürlich braucht es keine Politiker, um Olympia seinen Spirit zu rauben. Das bekommen die Athleten selbst hin. Nehmen wir mal, ganz abseits der aktuell am Pranger stehenden Russen, ihren zurzeit Allergrößten, den sechsmaligen Olympiasieger aus Jamaika, den niemals positiv getesteten raketenhaften Durchstarter Usain Bolt. Als der jüngst erfuhr, dass er wohl eine seiner olympischen Goldmedaillen verlieren würde, sagte er lässig: „It’s not a problem for me.“ Gold weg – aber kein Wort der Kritik an seinem höchstwahrscheinlich gedopten Staffelkollegen Nesta Carter.

          Wäre doch angebracht, oder? Nach dem, was Carter ihm angetan hat. Warum also schweigt Bolt? Die wahrscheinlichste Antwort fällt uns in weniger als 9,58 Sekunden ein. Wer im Glashaus sitzt...Stimmt’s, Bolt, oder nicht? Doch die Lage ist ernst: Es mag jahrzehntelang gutgegangen sein mit der Nonchalance – jetzt kommt eine Rechnung nach der anderen. Jamaika ist noch ein wenig außen vor, aber unser Hinweis an all die vielen Bolts lautet: Doch. Es ist ein Problem.

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