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Simeonis Wochenschau : Geheultes Weingummi

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Chapeau – wir ziehen den Hut! Bild: F.A.Z.

Wer verdient den Hut, wer das Florett? Marcel Hirscher sagt erst das Falsche, besinnt sich aber schnell. Maria Scharapowa dagegen erzählt Schmus – und macht ihren Doping-Fall noch ärgerlicher.

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          Chapeau: Wir werden ja oft belogen im Sport, aber der Hirscher Marcel hat am vergangenen Wochenende vielleicht sogar die Wahrheit gesagt. Als der Österreicher nach gerade überstandenem Rennen erfuhr, dass er bereits vorzeitig als Gewinner des alpinen Gesamtweltcups feststand, entfuhr ihm der Satz: „Dann kann ich ja ab jetzt daheim bleiben.“ Wir sagen: Aha. So ist das also. Er, der nun den fünften Gesamtweltcup in Serie gewonnen hat und damit der erfolgreichste Skifahrer der Welt wurde (Marc Girardelli holte auch fünf, aber mit Pausen), würde also am liebsten gar nicht Ski fahren.

          Denkt man zurück an die Szene kurz vor Weihnachten, als er beinahe auf der Piste von einer Kamera-Drohne zerbröselt wurde, kann man es ihm nicht einmal verdenken. Aber Hirscher hat sich schnell besonnen. Er verzichtet zwar auf die Speed-Rennen an diesem Wochenende in Norwegen, die ihm als Zickzackzar eh nicht so liegen. Aber zum Finale in St. Moritz tritt er an. „Ich liebe doch das Skifahren“, fiel ihm ein. Aber vor allem: Das Skifahren liebt ihn.

          Attaque – hier wird angegriffen!
          Attaque – hier wird angegriffen! : Bild: F.A.Z.

          Attaque: Das Ärgerlichste an diesem sehr ärgerlichen Fall um die Tennis-Millionärin Maria Scharapowa und ihre scheinheilige Pressekonferenz vor ein paar Tagen ist nicht ihre positive Doping-Probe. Das Ärgerlichste ist, wie sie diese mit brechender Stimme begründete. Zehn Jahre lang musste sie angeblich eine Pille gegen Herzbeschwerden einnehmen, die rein zufällig Hunderte andere osteuropäische Sportler als Leistungssteigerer missbrauchten. Sie aber nicht. Sie war oder ist ernsthaft krank. Vor ein paar Jahren, sagte sie, hatte sie alle paar Monate eine Grippe. Die Werte ihres EKG waren unregelmäßig. Und in ihrer Familie gibt es Diabetes.

          Wahrscheinlich nahm sie das Mittel ja auch noch gegen glatte Haare und kalte Füße. Aber: Bei Grippe gehört man ins Bett. Bei Herzstolpern nicht auf den Tennisplatz. Und wer Angst vor Diabetes hat, verkauft doch nicht wie Scharapowa unter dem Namen Sugarova übersüßen Weingummi. Aber so ist es mit Dopern. Sie erzählen uns unter Tränen jeden erdenklichen Schmus. Hauptsache, es ist nicht die Wahrheit.

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