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Simeonis Wochenschau : Extra-Punkt für Andy, kein Punkt für Lula

  • -Aktualisiert am

Andy Murray weiß es besser – und sagt es auch. Bild: AP

Andy Murray korrigiert einen Journalisten und bekommt ein Herz von seiner Mutter. Und ein Brasilianer beweist, dass große Events reichlich Möglichkeiten zur hemmungslosen Korruption eröffnen.

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          Chapeau: Der Wimbledon-Sieger 2017 ist: Andyyyyy Murraaaaaay! Jaja, schon gut, auch wir haben mitbekommen, dass der schottische Titelverteidiger diesmal im Viertelfinale gegen den Amerikaner Sam Querrey ausgeschieden ist, weil er wegen Hüftschmerzen kaum mehr laufen konnte. Aber Murray hat danach noch einen Extra-Punkt gemacht, der nicht so schnell getoppt werden kann.

          Chapeau – wir ziehen den Hut!

          Er wurde von einem Journalisten gefragt, was er dazu sage, dass es mit Querrey der erste amerikanische Spieler seit 2009 wieder mal ins Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers geschafft habe. (Wobei man bedenken muss, dass die Pressekonferenz auf Englisch abgehalten wurde und in dieser Sprache „Player“ ein noch neutraleres Wort ist als im Deutschen, wo es ja noch die „Spielerin“ gibt.) Murrays Korrektur kam so schnell wie ein Return: „Der erste m ä n n l i c h e Spieler.“ Schließlich hat Serena Williams in dem fraglichen Zeitraum fünfmal das Endspiel gewonnen. „That’s my boy“, twitterte Mutter Murray stolz mit einem Herz. Wir schicken eins hinterher.

          Attaque – hier wird angegriffen!

          Attaque: Es war so schön damals, vor acht Jahren, als Luiz Inácio Lula da Silva den amerikanischen Präsidenten Barack Obama aus dem Feld schlug. Lula weinte dicke Tränen der Freude in seinen Fusselbart. Es hieß, er sei der beliebteste Politiker der Welt, und er allein mit seinem Charisma habe dafür gesorgt, dass Rio de Janeiro die Olympischen Spiele 2016 – unter anderen gegen Chicago – zugesprochen wurden bei der Wahl in Kopenhagen. Und auch die Fußball-WM 2014 holte der stolze Arbeiterpräsident in sein Land. Alles schien strotzend zu blühen unter seiner Führung.

          Aber ach, wir wissen jetzt, wie es weiterging. Die Politiker und die Bauindustrie Brasiliens stopften sich die Taschen voll, und die Leute dort sind nun ärmer als zuvor. Lula hat ihnen keinen Gefallen getan mit den sportlichen Protz-Turnieren. Er hat bewiesen, dass solche Ereignisse oft nur vordergründig der Volksbelustigung dienen, aber reichlich Möglichkeiten zur hemmungslosen Korruption eröffnen. Lula wurde zu neuneinhalb Jahren verurteilt. Auch nur eine Mogelpackung.

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