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Simeonis Wochenschau : Doktor und Schicksal sagen nein

  • -Aktualisiert am

Chapeau – wir ziehen den Hut! Bild: F.A.Z.

Die einen überleben wie durch ein Wunder, wie Fernando Alonso. Den anderen wird das Wunder verweigert, wie Antoine Demoitié. Warum das so ist, kann kein Mensch erklären.

          Chapeau: Fernando Alonsos Psyche hat einen eigenen Sicherheitskäfig. Vierzehn Tage ist es erst her, dass der Spanier in Melbourne aus einem zusammengeknüllten schwarzen Auto kroch, das noch etwa die Größe eines Hühnereis besaß. Dass er jetzt beim Großen Preis von Bahrein unbedingt wieder in den Renner steigen wollte, ist da ein bisschen unheimlich. Aber es stimmt ja: Nach dem Aussteigen in Melbourne saßen seine Koteletten noch tadellos.

          Nichts schien verrutscht, obwohl er mit seinem Rennwagen nach einem plumpen Fahrfehler wie eine Flipperkugel über die Formel-1-Strecke geschossen und gleich zweimal in die Leitplanken eingeschlagen war. Rumms! Die Kräfte, die auf ihn wirkten, hätten ihn eigentlich zerquetschen müssen wie eine Wanze, aber irgendwie blieb er ganz. Gut jedenfalls, dass es in der Formel 1 eine ärztliche Kontrolle gibt. Die Mediziner fanden doch noch ein paar gebrochene Rippen und stellten Alonsos Ampel vorerst auf Rot. So hat er ein bisschen mehr Zeit, seinem Schutzengel fürs Überleben zu danken.

          Attaque – hier wird angegriffen!

          Attaque: Warum das so ist, kann kein Mensch erklären: Die einen überleben wie durch ein Wunder, und den anderen wird das Wunder verweigert. Etwa dem belgischen Radprofi Antoine Demoitié, der an Ostern beim Rennen Gent-Wevelgem zu Tode kam. Er stürzte und wurde von einem Begleit-Motorrad überrollt. Sicher ist es sinnvoll, aus diesem Anlass über Sicherheitsmaßnahmen etwa am Sonntag bei der Flandern-Rundfahrt nachzudenken.

          Aber die Frage, wieso der junge Mann gerade an der Stelle stürzen musste, auf die ein Motorrad zurollte, ist genauso wenig zu beantworten wie die Frage, warum das Motorrad gerade auf den Punkt zurollen musste, an dem der Radfahrer stürzte. Wie man es auch dreht und wendet, es ist fatal. Dass kurz danach auf Korsika auch noch Daan Myngheer starb, ein weiterer belgischer Radprofi, ist auch eine unerklärbare Koinzidenz. Ihm blieb das Herz stehen. Ganz unabhängig davon, was letztlich die Ursache dieses Kollapses war, beklagen wir auch dieses Ende: Mit 22 sollte man noch nicht sterben müssen.

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