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Silber für Betty Heidler : „Das war nicht das, was ich wollte“

  • -Aktualisiert am

„Das war nicht das, was ich wollte”: Betty Heidler holt nur Bronze Bild: dpa

Gold erhofft, Silber gewonnen: Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler erreicht bei der Leichtathletik-WM „nur“ Platz zwei. Weltmeisterin wird die Russin Tatjana Lysenko.

          Wenn es einen Sieg gab, den im deutschen Team jeder erwartet hatte, dann den von Betty Heidler. Die 27 Jahre alte Hammerwerferin war als Europameisterin in die Saison gegangen und hatte im Mai mit 79,42 Meter einen neuen Weltrekord aufgestellt. Wer sollte Gold gewinnen, wenn nicht sie? War es nicht nur eine Frage der Weite, mit der die Frankfurterin sich ihren zweiten WM-Titel nach 2007 abholen würde? Möglicherweise mit neuem Weltrekord? Bei aller Selbstsicherheit war diese allgemeine Siegesgewissheit selbst Betty Heidler nicht ganz geheuer, und deshalb reduzierte sie die offizielle Anspruchshaltung auf „eine Medaille.“

          Als sie am Schlusstag der Leichtathletik-WM dann aber tatsächlich nur mit der Silbermedaille da stand, verbarg sie ihre Enttäuschung nicht. Zwar lächelte sie tapfer, aber das Lächeln trug eindeutig süßsauere Züge, Tendenz sauer. „Das war nicht das, was ich wollte“, gab sie offen zu, und zählte dann auf, was ihr alles nicht passte: „Rhythmus hat nicht gestimmt, Technik hat nicht gestimmt. Mal war ich zu schnell, mal zu langsam. Ich wollte die Fehler abstellen, wusste aber nicht wie.“

          In der Tat hatte der Wettkampf schon schlecht angefangen mit einem Hammer ins Fangnetz, war dann mühsam weitergegangen mit einem Sicherheitsversuch auf 73,96 Meter, und fand seine zähe Fortsetzung mit einem Wurf auf 74,70 Meter. Damit war sie wenigstens in den Medaillenrängen angekommen. Zeit zum Durchatmen. Noch einmal steigerte sie sich auf 76,06 Meter, womit sie die Chinesin Wenxiu Zhang noch verdrängte. Doch an die überlegene Russin Tatyana Lysenko, die 77,13 Meter vorgelegt hatte, konnte Betty Heidler nicht heranreichen.

          Platz zwei, sie fühlte sich eindeutig als erste Verliererin im Ring. „Wir müssen jetzt mal aufpassen, dass die Enttäuschung nicht zu groß wird“, versuchte Bundestrainer Michael Deyhle die Stimmung zu heben. „Immerhin haben wir eine Silbermedaille bei einer WM gewonnen.“ Im Grunde genommen war der Frankfurter Meistertrainer genauso bedient wie seine beste Schülerin, nur wollte er dem unguten Gefühl nicht so viel Raum geben: „Wir müssen feiern“, war deshalb seine Ansage.

          Auch Kathrin Klaas war nicht in Partystimmung. Die leichtfüßige Frankfurterin war als Weltranglistenvierte nach Daegu gereist - und wollte bloß nicht Vierte wurde. Rang sieben mit 71,89 Meter war aber natürlich auch nicht das, was sie sich vorgestellt hatte. Das Schlimmste für sie: „Ich kann nicht mal sagen, was der Fehler war.“

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