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Sieg gegen Stieglitz : Abraham vergeigt es diesmal nicht

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Zurück im Rampenlicht: Abraham (r.) bezwingt Stieglitz - die Karriere geht weiter Bild: AFP

Arthur Abraham hat seine letzte Chance genutzt: Der Berliner Boxer nimmt Robert Stieglitz den WBO-Weltmeistertitel im Supermittelgewicht ab - und wartet nun auf Felix Sturm.

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          „King Arthur“ Abraham trägt wieder Krone. Im dritten Anlauf schaffte es Arthur Abraham zurück auf den Thron. Der einst so souveräne Champion im Mittelgewicht nahm dem Magdeburger Robert Stieglitz vor 10.100 Zuschauernmit einem einstimmigen Punktsieg (116:112, 116:112, 115:113) den WBO-Gürtel im Supermittelgewicht ab. „Es war mein Ziel, wieder Weltmeister zu werden, und ich habe es geschafft“, sagte Abraham unter Tränen. Bei einer Niederlage wäre die Karriere des 32 Jahre alten Berliners wohl am Ende gewesen.

          Nach den bitteren Pleiten gegen den britischen WBC-Titelträger Carl Froch und WBA-Weltmeister Andre Ward aus den Vereinigten Staaten hatte Abrahams Management mit viel Geschick eine weitere WM-Chance für den gebürtigen Armenier organisiert.

          „Wenn er das vergeigt hätte, hätte ich auch keinen Rat mehr gewusst“, sagte Abrahams Trainer Ulli Wegner. Diesmal habe er sich an die taktische Marschroute gehalten, meinte Wegner. „Wenn Arthur sein Leistungsvermögen abruft, gehört er zur absoluten Weltspitze. Wir haben wieder einen würdigen Weltmeister.“ Manager Wilfried Sauerland konstatierte: „Der Druck war sehr groß nach den nicht erfreulichen Leistungen. Arthur ist zurück - jetzt können wir auf viele schöne Kämpfe hoffen.“

          Abraham begann gegen Stieglitz aktiver als üblich, behielt stets die Übersicht und boxte, statt zu keilen. Einen K.o.-Sieg über den Techniker hatten ihm viele zugetraut - einen Punktsieg nicht. „Das war nicht der alte Arthur und nicht der neue, sondern der erfahrene, der aus seinen Niederlagen viel gelernt hat“, sagte Abraham nach dem 35. Sieg im 38. Profikampf. „Die letzten zwei Jahre waren sehr hart für mich, es gab viele Tiefschläge.“

          „Das war eine Bestrafung“

          Als Abraham zu mitternächtlicher Stunde über seinen Lernprozess sinnierte, war ausgerechnet derjenige nicht mehr anwesend, der solche Ratschläge nun gut gebrauchen könnte. Die zahlreichen blutenden Cut-Verletzungen des 31 Jahre alten Stieglitz mussten genäht werden. „So hatte ich mir das nicht vorgestellt“, hatte der entthronte Weltmeister zuvor noch mitgeteilt. Graciano Rocchigiani, einst wie Abraham Titelträger im Mittel- und Supermittelgewicht, meinte: „Das war eine Bestrafung.“

          Getroffen: Abrahams Linke findet Stieglitz Bilderstrecke

          Stieglitz soll sich nun auskurieren, dann könnte es zu einem Rückkampf mit Abraham kommen - der ist vertraglich vereinbart. „Wieder hinten anstellen ist Quatsch. Wir haben einen Deal“, sagte Promoter Ulf Steinforth. Abrahams Lager jedoch schwebt ein Gegner vor, der einst auf Augenhöhe mit dem Berliner boxte und ihm dann enteilte: Mittelgewichts-Weltmeister Felix Sturm.

          Der WBA-Superchampion aus Köln will am kommenden Samstag in Oberhausen IBF-Titelträger Daniel Geale aus Australien entthronen. Danach wolle er den Sieger des Duells Stieglitz gegen Abraham boxen, hatte Sturm vor Tagen verlauten lassen. „Wenn er diesen Kampf gesehen hat, wird er sich das noch einmal überlegen“, meinte Abrahams Promoter Kalle Sauerland. „Ich boxe gegen jeden“, erklärte Abraham mit demonstrativer Gelassenheit. Zum ersten Mal in zwei Jahren glaubte man ihm das wieder aufs Wort.

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