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Deutsche Leichtathletin : Die goldene Spritze für die Spiele

  • -Aktualisiert am

Bereit für Tokio: Athletin Schäfer Bild: dpa

Die Siebenkämpferin Carolin Schäfer ist dankbar für ihre Corona-Impfung. Nach der zweiten Dosis kann sie im Juli mit einem Gefühl von Sicherheit zu den Olympischen Spielen reisen.

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          Das Gold bekam Carolin Schäfer bereits gespritzt. Zumindest fühlte es sich für die 29 Jahre alte Siebenkämpferin von Eintracht Frankfurt so an, als sie an Ostern die erste Impfung gegen das Coronavirus erhielt. Sie sei sehr dankbar dafür, als Mitglied der Sportfördergruppe der hessischen Landespolizei bevorzugt behandelt worden zu sein, erklärte die Weltmeisterschaftszweite von 2017 bei einer Online-Pressekonferenz am Mittwoch. Nach der zweiten Dosis in eineinhalb Wochen könne sie im Juli mit einem viel größeren Gefühl von Sicherheit zu den Olympischen Spielen nach Tokio reisen.

          99 Tage sind es noch, bis das Feuer in der japanischen Hauptstadt entzündet werden soll. Schäfer geht davon aus, dass das Großereignis trotz der Pandemie stattfinden wird. Als Sportlerin konzentriere sie sich nur darauf, was sie selbst beeinflussen könne. Dazu gehören neben ihrer Leistung der seit Monaten andauernde Versuch, mit möglichst wenigen Menschen in Kontakt zu kommen, um das Infektionsrisiko so weit es geht gering zu halten. Allein eine zweiwöchige Quarantäne wäre der „Worst Case“ und würde „sieben bis acht Monate Training in den Sand setzen“.

          „Ich will der Welt zeigen, was ich kann“

          Im Herbst 2018 hatte die Hessin ihren Trainer Jürgen Sammert nach acht Jahre währender Zusammenarbeit verlassen, um sich bei Michael und Stefanie Kaul, den Eltern von Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul, und mit diesem zusammen in Mainz auf ihre vermutlich letzten Spiele vorzubereiten. „Ich will der Welt zeigen und mir selbst beweisen, was ich kann“, kündigt die Europameisterschaftsdritte von Berlin 2018 an. Eine olympische Medaille fehlt noch in ihrer Sammlung. Das Karriereende der Fünften von Rio 2016 soll der Auftritt in Asien zwar noch nicht darstellen; die European Championships 2022 in München und die WM in Eugene im selben Jahr will sie sich nicht entgehen lassen. Aber 2024 in Paris sieht sie sich nach aktuellem Stand nicht mehr am Start stehen.

          Schäfer beim Hürden-Lauf in Österreich 2017
          Schäfer beim Hürden-Lauf in Österreich 2017 : Bild: dpa

          „Knallhart“ gearbeitet und gefeilt hat Schäfer selbst im Winter in Deutschland, die Schnelligkeit in den Fokus gerückt und zahlreiche Techniken verändert. Jetzt sei „die Spannung groß, endlich in die Wettkampfsaison einzusteigen“. Bei einem Wettbewerb ihres eigenen Vereins am ersten Mai-Wochenende soll es so weit sein, gefolgt vom Vierkampf beim Deich-Meeting zwei Wochen später in Neuwied. Das traditionelle Aufeinandertreffen der internationalen Elite am 29./30.Mai in Götzis soll der wichtigste Gradmesser vor dem Saisonhöhepunkt sein. Doch noch sei nicht klar, ob der Klassiker in Österreich ausgetragen werden kann.

          Pläne auf Spiele ausgerichtet

          Für Schäfer wäre das weniger problematisch als für andere. Als einzige Allrounderin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes hat die Athletin mit der Bestleistung von 6836 Punkten das Olympiaticket bereits sicher. Sämtliche Pläne sind allein auf die Spiele ausgerichtet. Doch Wettkämpfe sind wichtig, um die Abläufe zu Routinen werden zu lassen. Bei den deutschen Meisterschaften im August konnte das neue Trainingsgespann, das Harry Letzelter als Sprintspezialist ergänzt, erstmals testen, wie sich ein gemeinsamer Siebenkampf anfühlt. Zu den Schlüssen, die man daraus zog, gehörte eine Rückkehr zum Wechselschritt beim Kugelstoßen. „Wir haben gemerkt, dass ich damit besser zurechtkomme“ als mit dem beim Sieg in Vaterstetten bevorzugten Angleiten. Die Junioren-Weltmeisterin von 2008 will in dieser Disziplin kein Risiko mehr eingehen, seit sie vor drei Jahren in Götzis keinen gültigen Versuch zustande bekam und ihre EM-Teilnahme gefährdet war.

          Der Motivation zum täglichen Schinden, ist ungebrochen. Obwohl die Spiele sehr eigentümlich sein werden. Ein umfangreiches Handbuch informiert die Teilnehmer darüber, welchen Auflagen und Beschränkungen sie vor Ort unterliegen. Das Athletendorf dürfen sie frühestens fünf Tage vor ihrem Wettkampf betreten und müssen es 48 Stunden danach wieder verlassen haben. „Mit dem ideellen Wert der Spiele werden die in Tokio nicht viel zu tun haben“, sagt Schäfer. Aber das müsse man akzeptieren. Den Sportlern, die sich „vier Jahre plus eins“ vorbereitet haben, gehe es vor allem um den Wettkampf. „Natürlich sind wir heiß darauf.“

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