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Handballspieler Rasmus Lauge : Der Titel als Abschiedsgeschenk?

  • -Aktualisiert am

Zum „Spieler der Saison“ gewählt: Rasmus Lauge Bild: dpa

Rasmus Lauge hat seine beste Spielzeit in der Bundesliga hinter sich. Er war Anführer, Torschütze und Regisseur in einem. Jetzt kehrt er dem deutschen Handball den Rücken – aber nicht ohne ein letztes Versprechen.

          Vor kurzem hat Rasmus Lauge die Geschichte eines zwölf Jahre alten Jungen erzählt. Dieser Junge hatte Vorbilder. Sie hießen Joachim Boldsen, Lars Krogh Jeppesen, Thomas Mogensen. Sie kamen aus Dänemark und spielten für die SG Flensburg-Handewitt. Wenn immer er konnte, fuhr der Junge aus Randers nach Flensburg und schaute ihnen zu. Bald stand für ihn fest, dass er auch so gut werden wollte.

          Mehr noch: Lauge, denn die Geschichte handelte natürlich von ihm, wollte zu den weltbesten Handballspielern gehören. Mit Tränen in den Augen erzählte Lauge diese Geschichte unlängst den Zuschauern in der „Flens“-Arena. Sie waren noch berauscht vom hohen Sieg gegen die Füchse Berlin, und nun sollten sie Abschied nehmen von ihrem besten Spieler?

          Rasmus Lauge, 27, tat das Seine, damit dieser Abschied nicht allzu schwer wurde – er versprach, auch das letzte Spiel dieser Saison zu gewinnen. Applaus brandete auf. Sollte die SG Flensburg an diesem Sonntag (15.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-Bundesliga und bei Sky) beim Bergischen HC nicht verlieren, hätten die norddeutschen Handballprofis ihren Titel als deutscher Meister erfolgreich verteidigt. Es wäre ein krönendes Finale für den Spielmacher Lauge. Der Däne hat seine beste Spielzeit in der Bundesliga hinter sich, war Anführer, Torschütze und Regisseur in einem.

          „Hätten Lauge niemals gehen lassen dürfen“

          Am Donnerstag wählten die Trainer und Manager der Bundesliga ihn zum „Spieler der Saison“. Lauge hat die Gründe seines Wechsels nach Veszprem so benannt: „Ich wünsche mir, noch viele Jahre Handball zu spielen. Dieser Traum geht nicht in Erfüllung, wenn ich weiter in der Bundesliga spiele.“ Zu viele Spiele, zu viele Reisen. Auch Tobias Karlsson, der 38 Jahre alte Schwede, kehrt Flensburg den Rücken. Nach der EM 2020 wird Karlsson Teammanager des schwedischen Nationalteams. Karlsson war seit Jahren der unangefochtene Chef der SG.

          Typisch für die Verflechtungen zwischen Flensburg und Kiel ist, dass Lauge und Karlsson für beide Klubs spielten. Bei Karlsson wirken die sechs Wochen Kiel im Winter 2006, als dort große Personalnot herrschte, winzig, verglichen mit zehn Jahren Flensburg. Lauges Kieler Jahre standen im Zeichen zweier Kreuzbandrisse. Über den Weggang im Sommer 2014 ärgert sich Trainer Alfred Gislason heute noch. „Wir hätten Lauge niemals gehen lassen dürfen.“

          Vergeben, vergessen. Das Spiel am Sonntagnachmittag gegen Hannover wird Gislasons letztes Bundesligaspiel als THW-Trainer sein. Stolpert die SG, wird Kiel da sein, und Gislason bekäme nach Pokalsieg und EHF-Cup das „kleine Triple“ als Geschenk für seine 16. Kieler Saison. Auch Torwart Andreas Wolff zieht es weg von Kiel. Als Europameister vor drei Jahren gekommen, dann klare Nummer zwei hinter Niklas Landin: Trotzdem gehe er nicht im Groll, sagt der 28 Jahre alte Wolff, der sich KS Kielce in Polen anschließt. Die Flensburger Fans verlieren damit ihre liebste Zielscheibe für Schmährufe. Aber wer weiß. Vielleicht sieht man sich in der Champions League wieder.

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