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Gefährliche Regatta : Das nächste große Segel-Projekt des Boris Herrmann

Mit seiner Yacht „Malizia“ will Boris Herrmann nicht nur an der Vendée Globe teilnehmen, sondern auch beim Ocean Race mit einer internationalen Crew um die Welt segeln. Bild: Team Malizia

Boris Herrmann startet 2020 als erster Deutscher bei einer der härtesten Regatten. Nun will der Hamburger auch am Ocean Race teilnehmen und einmal um die Welt segeln. Dort wird ihn auch eine andere deutsche Crew herausfordern.

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          Der Hamburger Boris Herrmann wird als erster deutscher Hochseesegler seit 19 Jahren von Herbst 2021 bis Sommer 2022 am Ocean Race teilnehmen. Das Rennen gilt als eine der härtesten Segelregatten überhaupt und führt in mehreren Etappen einmal rund um die Welt. Sein Start mit einer internationalen Crew auf der dem Yachtklub von Monaco gehörenden „Malizia“ wurde vom Veranstalter akzeptiert. „Es ist fantastisch, Boris Herrmann und das Team „Malizia“ willkommen zu heißen“, sagte Ocean-Race-Organisationschef Robert Mason. Einziger deutscher Sieger bei der Regatta war bislang Willi Illbruck 2002 mit der „illbruck Challenge“.

          „Das Ocean Race gehört neben der Vendée Globe, dem America´s Cup sowie den Olympischen Spielen zu den 'großen Vier' im Segeln. Dies ist eine einmalige Chance für uns und den gesamten Segelsport“, erklärte Herrmann gegenüber dem Segelportal yacht.de. Bereits im November 2020 geht der 38 Jahre alte gebürtige Oldenburger mit seiner 18 Meter langen „Malizia“-Yacht als erster deutscher Athlet überhaupt bei der Vendee Globe an den Start. Auch diese Regatta führt einmal rund um den Globus – mit dem Unterschied, dass die Segler allein auf ihrer Yacht sind und es sich um eine Non-Stop-Weltumsegelung handelt.

          Begeisterung bei jungen Athleten schüren

          Herrmanns persönlicher Rekord für eine Non-Stop-Weltumsegelung liegt bei 47 Tagen, er ist seit mehreren Jahren Mitglied im Yachtklub der Monegassen, der von Pierre Casiraghi, dem Sohn von Prinzessin Caroline von Monaco geführt wird. Gemeinsam haben beide schon bei vielen Regatten wie dem berühmten „Fastnet Race“ teilgenommen. Zuletzt hatte der Deutsche beim „Bermudes 1000 Race“, das von Großbritannien aus einmal um die Azoren führt, lange Zeit in aussichtsreicher Position auf den Sieg gelegen, fiel dann aber aufgrund technischer Probleme kurz vor dem Ziel noch auf den sechsten Platz zurück.

          Skipper und Teamchef: Boris Herrmann (r.) und Pierre Casiraghi vom Yacht Club de Monaco auf der Malizia.

          Neben Herrmann plant auch der Berliner Robert Stanjek beim Ocean Race in zwei Jahren an den Start zu gehen. Stanjek ist Skipper beim „Offshore Team Germany“, das seine Kampagne für die Weltumsegelung in wenigen Tagen auf der Kieler Woche vorstellen wird. Die Mannschaft um den mehrfachen Olympia-Teilnehmer Stanjek und Teamchef Jens Kuphal hat bereits vor einiger Zeit eine passende Yacht vom Typ Imoca Open 60 erworben und diese in den vergangenen Monaten in Großbritannien renovieren lassen. Anders als Boris Herrmann will Stanjek mit einer jungen deutschen Crew beim Ocean Race an den Start gehen.

          Unterstützt wird das OTG seit dieser Woche auch offiziell vom Deutschen Segler-Verband (DSV). Laut DSV-Präsidentin Monika Küppers sei die Kooperation gleich mehrfach von besonderer Bedeutung: „Zum einen ist die Emotionalisierung, die mit einer Teilnahme am Ocean Race einhergehen würde, hervorragend geeignet, um dem Segelsport mehr mediale Aufmerksamkeit zu bescheren. Zum anderen lässt sich bei unseren Athleten eine Begeisterung schüren, die weit über den Jugendbereich oder eine olympische Kampagne hinausreicht.“

          Neben der Teilnahme des OTG sowie der Crew von Boris Herrmann dürfte aus deutscher Sicht zudem noch die Bewerbung der Stadt Kiel als möglichem Start- und Zielort einer Ocean-Race-Etappe von Interesse sein – und bei Segelfans einige Erinnerungen wecken: 2002 wurde die vom Amerikaner John Kostecki gesegelte „Illbruck“-Yacht von etwa 400.000 begeisterten Zuschauern in der Kieler Förde empfangen. Ähnliche Bilder soll es bei Möglichkeit auch bei der nächsten Ocean-Race-Auflage geben.

          Die berühmte Regatta startet im Herbst 2021 in der spanischen Hafenstadt Alicante und führt innerhalb von etwa neun Monaten und in mehreren Etappen einmal rund um die Welt. Die Teilnehmer durchqueren auf ihrer Route dabei unter anderem den Pazifik, den Atlantik und das Südpolarmeer – also einige der gefährlichsten See-Regionen der Welt.

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