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Vendée-Globe-Logbuch : „Das ist der aufregendste Moment in meinem Leben“

Hat es bald ins Ziel geschafft: Weltumsegler Boris Herrmann Bild: Picture-Alliance

Wenige Stunden trennen Segler Boris Herrmann noch von der Ankunft bei der Vendée Globe. Die Entscheidung um den Sieg fällt auf den letzten Seemeilen. Am Ende könnte es um Minuten gehen.

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          Am Abend vor seiner Ankunft muss Boris Herrmann kurz schlucken. „Es ist vollkommen verrückt, das ist der aufregendste Moment in meinem Leben“, sagt der 39 Jahre alte Skipper sichtlich nervös in die Kamera. Am späten Mittwochabend wird Herrmann nach mehr als 24.000 Seemeilen und zweieinhalb Monaten allein auf den Ozeanen die Rund-um-die Welt-Regatta Vendée Globe beenden und mit seiner „Seaexplorer“-Yacht in den Hafen von Les Sables d’Olonnes einlaufen – und aller Voraussicht nach bei seiner ersten Teilnahme gleich einen Platz auf dem Podium erreichen.

          „Ich segle so schnell wie ich kann, aber eigentlich kann ich nichts mehr machen. Die Karten sind schon länger auf dem Tisch“, kommentierte der am frühen Mittwochmorgen auf dem dritten Platz segelnde Herrmann seine Entscheidung, auf dem Weg Richtung französischer Westküste die südliche Route nah am portugiesischen Festland entlang gewählt zu haben. Sein Bart scheint etwas grauer geworden zu sein, seine Mütze hat er tief ins Gesicht gezogen. „Die Tage hier in Europa sind immer noch erstaunlich kurz. Und es ist die ganze Zeit sehr neblig“, berichtete der Hamburger.

          Eine bislang nie dagewesene Besonderheit

          Das Finale der Vendée Globe ist in diesem Jahr so spannend wie nie in der Geschichte der Regatta. Wenige Stunden vor der Ankunft des ersten Teilnehmers segeln die fünf besten Skipper am 80. Tag des Rennens in einem Abstand von weniger als 200 Seemeilen zueinander. Der Franzose Charlie Dalin passierte am frühen Mittwochmorgen als erster Skipper die virtuelle 200-Seemeilen-Grenze zur Ziellinie. Dass er am Ende auch gewinnt, ist allerdings mehr als unsicher.

          Denn dass am Ende womöglich die bereits vor Wochen an Herrmann sowie die beiden Franzosen Yannick Bestaven und Jean Le Cam verteilten Zeitgutschriften die Regatta entscheiden werden, ist ebenfalls eine bislang nie dagewesene Besonderheit der diesjährigen Vendée Globe. Die drei Skipper hatten für ihre Beteiligung an der Rettungsaktion von Kevin Escoffier von der Rennleitung einen Bonus von sechs Stunden (Herrmann), zehn Stunden und 15 Minuten (Bestaven) sowie sechzehn Stunden und 15 Minuten (Le Cam) zugesprochen bekommen, die nach dem jeweiligen Zieleinlauf eingerechnet werden.

          Zwar wird die Gutschrift des achtplazierten Le Cam keine Auswirkungen mehr auf den Ausgang des Rennens haben, doch könnte Herrmann trotz seiner derzeit etwa 70 Seemeilen Rückstand noch nach vorne katapultiert werden. Und selbst der derzeit noch fünftplazierte und deutlich nördlicher segelnde Bestaven hat weiter gute Chancen auf den Gesamtsieg. Die endgültige Entscheidung über das Klassement fällt erst in der Nacht zu Donnerstag. Es könnte auf Minuten ankommen.

          Die Vendée Globe gilt als die härteste Regatta für Einhandsegler. Sie begann am 8. November an der französischen Atlantikküste und führt entlang des Südpolarmeeres einmal um den Globus. Mit Boris Herrmann nimmt erstmals ein Deutscher teil.

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