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„Jules Verne Trophy“ : Rekordjagd um die ganze Welt

Allein auf hoher See: Die „Idec“ geht mit einer sechs Mann starken Crew auf die Rekordjagd Bild: Picture-Alliance

Wie lange dauert es, einmal um die ganze Welt zu segeln? Achtzig Tage? Sechzig? Nicht mal fünfzig! Bei der „Jules Verne Trophy“ jagen zwei Teams derzeit in einem verrückten Rennen den Weltrekord.

          In achtzig Tagen um die Welt? Was zu Zeiten von Jules Verne noch vollkommen verrückt klang, ist heutzutage kein Problem mehr. Auch nicht für die besten Segler der Welt. Im Rahmen der „Jules Verne Trophy“ befinden sich derzeit zwei Segel-Mannschaften auf einer verrückten Rekordjagd um den kompletten Erdball.

          Mit ihren Trimaranen wollen das von der italienischen Milliardärin Dona Bertarelli gesponserte Team „Spindrift“ und die „Idec“-Mannschaft des Franzosen Francis Joyon den Rekord von „Banque Populaire“ aus dem Jahr 2012 unterbieten: Damals umrundete der Trimaran unter der Leitung des Franzosen Loick Peyron die Welt in genau 45 Tagen, 13 Stunden, 42 Minuten und 53 Sekunden.

          20 Seemeilen pro Stunde

          Am 22. November sind beide Teams im englischen Cornwall gestartet. Um den Rekord zu brechen, müssen sie spätestens am 6. Januar kurz vor 17 Uhr Ortszeit zurück an der Startlinie sein. Dazu ist es notwendig, dass die Segler jede Stunde etwa zwanzig Seemeilen zurücklegen – und das wochenlang. Bei Wind und Wetter, Tag und Nacht.

          Gut ein Drittel der Strecke haben die Boote bereits hinter sich gebracht. Derzeit sind beide Mannschaften dabei, das Kap der guten Hoffnung an der Spitze Südafrikas zu passieren. Auf den beiden Live-Trackern, mit denen online die Positionen der Teams verfolgt werden können, ist zu erkennen, dass „Spindrift“ momentan auf Rekordkurs zu sein scheint – allerdings war der virtuelle Vorsprung vor „Banque Populaire“ schon einmal größer. „Idec“ befindet sich derzeit zwar knapp 400 Seemeilen hinter dem Konkurrenten, doch ein anderer Kurs und die Unvorhersehbarkeit des Wetters wahren auch für sie weiter die Chance auf den Weltrekord.

          Die „Spindrift“ hat derzeit etwas Vorsprung Bilderstrecke

          Die Voraussetzungen der beiden Teams sind jedoch nicht komplett gleich: Während das „Spindrift“-Team eine Crew von 14 Besatzungsmitgliedern hat, sind bei „Idec“ lediglich sechs Mann an Bord. Darüber hinaus ist das Boot der „Idec“ auch noch etwa zehn Meter kürzer. Für die Crew um den Deutschen Boris Herrmann bedeutet die personelle Unterzahl Schichtdienste im Drei-Stunden-Takt: „Wir schlafen nur zwei Stunden am Stück und haben dann drei Stunden Wache, das heißt Arbeit am Deck“, sagte Herrmann vor dem Start gegenüber dem Portal „segelreporter.com“. Essen und Körperpflege wird zwischendurch erledigt, Zeit für private Momente bleibt so gut wie keine.

          Rund um die Weihnachtsfeiertage wartet mit dem Kap Hoorn an der Südspitze Südamerikas auf die Segler noch einmal eine besondere Herausforderung. Möglich, dass nach über einem Monat auf hoher See am Ende dann nur wenige Minuten oder gar Sekunden über den – vielleicht neuen – Weltrekordhalter entscheiden.

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