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Segeln : Wie Großbritannien den America’s Cup gewinnen will

2017 will das Team von Ben Ainslie den America’s Cup gewinnen Bild: Lloyd Images

Ben Ainslie ist der erfolgreichste Segler der Welt. Sein großes Ziel: Er will den America’s Cup zurück nach Großbritannien holen. Dafür braucht er bis zu 100 Millionen Euro – doch die Royals stehen an seiner Seite.

          Es gibt einige Beinamen, welche die Extraklasse und Ausnahmestellung von Ben Ainslie ausdrücken sollen: Big Ben, King Ben, Wind-Flüsterer, Taktik-Zauberer, Monster auf dem Wasser und David Beckham im Boot. Der Aufstieg des Briten zu einem Superstar des Segelns gehört gewiss zu den Geschichten des Weltsports. Wie andere noch viel populärere Sporthelden hat es auch Ainslie mit ständigen Erfolgen zu Ruhm gebracht, womit er in einer Reihe mit den ganz Großen steht: Roger Federer, Tiger Woods, Michael Schumacher, Michael Phelps, Valentino Rossi und Robby Naish.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der 37-Jährige sitzt an diesen Mittag in der provisorisch hergerichteten Lounge seines Teams an Bord einer mehrstöckigen Motoryacht. Die Organisatoren einer Katamaran-Regatta haben das Boot zur VIP-Betreuung angemietet und repräsentativ genau neben das berühmte Opernhaus im Hafen von Sydney positioniert. Bis zum nächsten Rennen bleibt noch Zeit im Saisonfinale der „Extreme Sailing Series“. Es ist ein denkwürdiger Ort für Ainslie. Sein Triumphzug begann genau hier bei den Sommerspielen vor vierzehn Jahren, als er zum ersten Mal Olympiasieger wurde. „Dieser Sieg gab mir das letzte Vertrauen in meine Fähigkeiten und hat mir neue Türen geöffnet“, sagt er. Danach holte Ainslie in Athen, Peking und London drei weitere Goldmedaillen, alle in der Laser- und Finn-Bootsklasse. Er ist dazu achtmaliger Weltmeister. Und im vergangenen Jahr war er als Taktiker an Bord der Oracle-Crew maßgeblich an der Katamaran-Sensation beim America’s Cup beteiligt, als die Amerikaner einen aussichtslos erscheinenden Rückstand aufholten und den Gegner Neuseeland doch noch besiegten. Ainslie ist der Segler der Stunde und strebt jetzt seine wohl schwierigste Mission an, die seinen Legendenstatus in der Segelszene im Erfolgsfall noch weiter heben würde. „Ich bin dafür bereit. Wir wollen gewinnen und in die Historie eingehen“, sagt Ainslie.

          Dafür feilt der von der Queen geadelte Sir Ben an der Segelperfektion auf den neuen, schnellen Katamaranen. Er baut ein hochklassiges Team auf, nutzt seine guten Kontakte in Wirtschaft und Politik, sammelt in seiner Heimat Millionen für das Projekt ein. Ainslie will den nächsten America’s Cup gewinnen und die älteste Trophäe des Sports endlich wieder auf die Insel bringen. Die Silberkanne wurde dort im Jahr 1851 bei der ersten Regatta um die Isle of Wight von den Briten gestiftet, aber seither nie mehr zurückerobert. Der in der Öffentlichkeit smarte, eher unauffällig wirkende Ainslie wird hierfür zum Patrioten. Die Segel-Kampagne erhält einzigartigen Rückenwind aus der Downing Street 10 und dem Buckingham Palace. Ainslie spricht vom „Best of British“, er will die besten Segler, Bootsbauer, Designer und Geschäftsleute von der Insel zusammenbringen. „Wenn du auf diesem Niveau was reißen willst, brauchst du gute Leute. Und davon haben wir bei uns genug“, sagt er. Zu diesen Kapazitäten wird der erfolgreiche Formel-1-Aerodynamikspezialist Adrian Newey gehören, der zuletzt die Boliden von Sebastian Vettel bei Red Bull maßgeblich mitkonstruierte, in denen der Deutsche viermal Weltmeister wurde. Bei der „Extreme Sailing Series“, die vom Automobilhersteller Land Rover gesponsert wird, der auch diese Reise unterstützt hat, hielt sich Ainslie sportlich im Hintergrund – noch.

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