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Segeln : America’s Cup vor der Expansion

Oracle gewann einen spektakulären America’s Cup - doch wie geht es weiter? Bild: AP

Wie geht es weiter mit dem America’s Cup? Australien könnte nach langer Abstinenz wieder vertreten sein. Auch wirtschaftlich potente Segelfreunde sind interessiert an der traditionsreichen Regatta.

          Nach dem spektakulären Sieg der Oracle-Segler beim America’s Cup vor San Francisco beginnen die Spekulationen über die Zukunft der traditionsreichen Regatta. Dabei scheint festzustehen, dass die Amerikaner demnächst zur Mitorganisation der Veranstaltung den australischen Hamilton Island Yacht Club aus Queensland präsentieren werden. Die Auswahl des sogenannten Challenger of Record gehört zum Ritual beim 162 Jahre alten America’s Cup.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Damit wäre die Segelnation Australien nach langer Abstinenz wieder beim wichtigsten Segelwettbewerb vertreten. Im Jahr 1983 hatten die Männer aus Down Under erstmals in der Geschichte des America’s Cup den Amerikanern die Trophäe weggeschnappt. Nun kommen sie vielleicht mit einem eigenen Team wieder. Öffentlich bestätigt wird allerdings nichts.

          Hinter der mutmaßlichen Entscheidung dürfte der große australische Einfluss auf das amerikanische Gewinnerteam eine Rolle gespielt haben. Mehrere Crewmitglieder kommen vom fünften Kontinent – allen voran der gefeierte Steuermann James Spithill.

          Er wurde nach dem Erfolg, der durch die dramatische Aufholjagd gegen die schon 8:1 führenden Neuseeländer so sehr elektrisiert hatte, in den amerikanischen Fernsehtalkshows herumgereicht. Dabei bestätigte er die Aussage seines Chefs. Software-Milliardär und Oracle-Teambesitzer Larry Ellison hatte nach dem Sieg gesagt: „Ich glaube, diese Regatta hat das Segeln für immer verändert.“

          Gutes Zeichen für die geplante Expansion

          Somit steht fest, dass es kein Zurück mehr gibt zu den Einrumpfbooten. Die Technologie mit den rasend schnellen Katamaranen wird dafür weiter vorangetrieben. Dazu gehört auch die Technik auf den Unterwasserflügeln, die zum Anheben der Rümpfe aus dem Wasser führt und Geschwindigkeiten um die 80 Kilometer pro Stunde ermöglicht.

          Eine Schlüsselfrage muss allerdings noch geklärt werden. Was passiert mit Russell Coutts? Die neuseeländische Segel-Legende gewann nun zum fünften Mal den Cup – diesmal in der Funktion des Teamleiters. Er setzte mit Hilfe der Millionen von Ellison die Katamaranvision um und gab auch dem eigenen Syndikat die nötige Stabilität.

          Neuseeländische Segel-Legende: Russell Coutts

          Es gibt Gerüchte, dass Coutts von einer Gruppe aus Oman umworben wird oder mit dem schwedischen Ölmilliardär Torbjörn Törnqvist enger in Kontakt steht. Der war in der Qualifikation für den America’s Cup mit dem Artemis-Team an den Start gegangen – ohne Erfolg.

          Dass sich wirtschaftlich potente Segelfreunde wie Ernesto Bertarelli (Alinghi), Patrizio Bertelli (Prada) oder Keith Mills (englischer Geschäftsmann) in San Francisco umschauten, wird zudem als gutes Zeichen für die geplante Expansion des neuen America’s Cups auf den Katamaranen gewertet.

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