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Ärger bei Schwimm-WM : King vermutet Kritik als Grund für Disqualifikation

  • Aktualisiert am

Lilly King wurde nach einem Regelverstoß disqualifiziert. Bild: Reuters

Schwimmerin Lilly King äußert Kritik am Start von Dopingsünder Sun Yang und dem Weltverband. Dann wird die fünfmalige Weltmeisterin in ihrem WM-Rennen disqualifiziert – und weist auf einen möglichen Zusammenhang hin.

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          Nach ihrer umstrittenen Disqualifikation vermutet der amerikanische Schwimmstar Lilly King, dass dabei ihre Kritik am Weltverband und dem WM-Start des Dopingsünders Sun Yang eine Rolle gespielt haben könnte. „Denke ich, dass etwas, was ich zuvor über die Fina gesagt habe, mich vielleicht in der Jury verfolgt hat? Ja, wahrscheinlich“, sagte die Olympiasiegerin am Freitag: „Aber ich werde weiter für das einstehen, an das ich glaube.“ Die fünfmalige Weltmeisterin hatte Suns WM-Start als „verrückt“ bezeichnet und die Protestaktionen von Mack Horton (Australien) und Duncan Scott (Großbritannien) bei den Siegerehrungen öffentlich mit den Worten begrüßt: „Ich denke nicht, dass irgendjemand aus der Fina für die Athleten einsteht, also müssen die Athleten für sich selbst einstehen.“

          King betonte aber auch, dass die Entscheidung der Jury, sie am Donnerstag im Vorlauf über 200 Meter Brust zu disqualifizieren, nach Ansicht der Videobilder zwar hart, aber gerechtfertigt sei. Sie soll bei der ersten Wende nicht wie vorgeschrieben mit beiden Händen gleichzeitig angeschlagen haben. Für den anschließenden Einspruch des amerikanischen Verbandes bedankte sich King, „aber es war übertrieben“. Durch die Disqualifikation verpasste King, Weltmeisterin über die 100 Meter, den anvisierten Doppeltriumph auf den Bruststrecken.

          Die deutsche Silbergewinnerin Sarah Köhler qualifizierte sich derweil souverän für das WM-Finale über 800 Meter Freistil. Die Langstreckenschwimmerin schlug am Freitag in Südkorea nach 8:22,95 Minuten an und erreichte als Sechste der Vorläufe den Endlauf am Samstag. „Es hat Spaß gemacht, auch wenn es nicht mehr ganz so leicht ging wie bei den 1500 Metern“, sagte Köhler in Gwangju. Am Dienstag hatte die 25-Jährige über 1500 Meter Freistil den zweiten Platz belegt. Mit der Freiwasser-Staffel hatte Köhler zuvor in Yeosu Gold gewonnen.

          Im Gegensatz zum Finale über die 1,5 Kilometer war der amerikanische Schwimmstar Katie Ledecky im Vorlauf des kürzeren Rennens wieder dabei. Die Titelverteidigerin und Weltrekordhalterin hatte drei Tage zuvor aus gesundheitlichen Gründen gefehlt und wurde nun Vorlaufzweite knapp hinter ihrer Landsfrau Leah Smith. Angesichts der starken Konkurrenz zählt Köhler im Finale nicht zu den Top-Favoritinnen. „Ich will Bestzeit schwimmen und dann gucken, was dabei rumkommt“, sagte sie.

          Die deutsche 4 x 200 Meter Freistil-Staffel der Männer qualifizierte sich ebenfalls für den Endlauf, der jedoch bereits an diesem Nachmittag stattfindet (ab 13.00 Uhr MESZ). Poul Zellmann, Rafael Miroslaw, Jacob Heidtmann und Damian Wierling schwammen in 7:08,45 Minuten die siebtschnellste Zeit der Vorläufe und buchten damit als fünfte deutsche Staffel das Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio. Heidtmann ordnete das bisher Erreichte so ein: „Auch wenn die Schwimm-Nation Deutschland nicht mehr die ist, die sie mal war, ist es für eine Staffel schon das Mindestziel, die Olympia-Quali zu schaffen.“ Mit Blick auf den Endlauf sagte der 24-Jährige: „Wir haben unser Soll erfüllt und mal schauen, was wir uns heute noch als Belohnung dazugeben.“

          Vielstarter Marius Kusch qualifizierte sich in 52,05 Sekunden über 100 Meter Schmetterling als Zehnter der Vorläufe für das Halbfinale. „Es hat sich gut angefühlt“, kommentierte der 26-Jährige sein Rennen. Nun ist der Finaleinzug sein Ziel. Über 50 Meter Schmetterling kam Angelina Köhler in 26,65 Sekunden nicht ganz an ihre anvisierte Saisonbestleistung heran und schied als 22. im Vorlauf aus. „Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, etwas schneller zu schwimmen“, sagte sie. Für die 18-Jährige ist ihre erste Weltmeisterschaft trotzdem ein „richtig tolles Erlebnis“.

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