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Schwimmen : Verhandlungen gescheitert: Beckmann verläßt DSV

  • Aktualisiert am

Auch Rupprath (l.) und andere Athleten konnten Beckmann nicht umstimmen Bild: dpa/dpaweb

Ralf Beckmann bleibt bei seinem Nein. Der Cheftrainer der deutschen Schwimmer wird seinen Vertrag mit dem DSV nicht verlängern. Neue Verhandlungen mit der Verbandspräsidentin Christa Thiel seien „gescheitert“.

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          Für Ralf Beckmann gibt es kein Zurück: Nach dem endgültigen Nein des Cheftrainers und Sportdirektors steht der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) vor erheblichen Problemen. „Ich werde mein Engagement im DSV zum 28. Februar 2006 beenden. Das ist endgültig“, sagte der 59 Jahre alte Beckmann“ am Donnerstag der dpa.

          Einigungsversuche mit DSV-Präsidentin Christa Thiel erklärte er für gescheitert, Grundpositionen und Einschätzungen in der Sache lägen zu weit auseinander. Beckmann: „Das ist nicht kompatibel, das kriegen wir nicht zusammen.“ Für Weltmeister Mark Warnecke steht fest: „In diesem Kampf sind die Sportler die Verlierer.“ DSV-Chefin Thiel sagte: „Das Wichtigste ist, daß wir jetzt ganz schnell wieder Ruhe in den DSV bekommen.“

          Präsidiumssitzung des Verbandes am Samstag

          Der Verband wird sich an diesem Samstag bei einer Präsidiumssitzung mit der Lage beschäftigen. Christa Thiel: „Und in der wird - wie immer nicht von mir allein, sondern gemeinsam - eine Entscheidung getroffen, wie die Zukunftsgestaltung auszusehen hat.“ Gleichzeitig machte sie deutlich: „Nachfolgeregelungen sind bisher im Präsidium nicht besprochen worden, Personen und Namen wurden nie gehandelt, weil wir immer davon ausgegangen sind, daß wir uns mit Herrn Beckmann einigen.“

          DSV-Generalsekretär Jürgen Fornoff bedauerte die Entwicklung: „Wir waren eigentlich schon einmal weiter.“ Er warnte davor, schon von der Präsidiumssitzung eine endgültige Regelung der Nachfolgefrage zu erwarten: „Wir müssen eine tragfähige und Erfolg versprechende Lösung finden. Das braucht Zeit.“ Beckmann hatte am vergangenen Donnerstag seinen Rückzug bekannt gegeben, sich danach aber zu neuen Gesprächen bereit erklärt.

          „Wir wollen positiv dastehen“

          „Schade“, nannte Profischwimmer Thomas Rupprath die Entscheidung Beckmanns, „wir haben uns für ihn eingesetzt und gehofft, daß er bleibt. Jetzt müssen wir damit klar kommen. Wir brauchen jetzt Ruhe, Planungssicherheit und eine Perspektive für die Zukunft. Weitere Negativschlagzeilen kann der DSV nicht gebrauchen. Wir wollen positiv dastehen.“

          Dennoch: Eine Suspendierung Beckmanns noch vor der Kurzbahn-Europameisterschaft kommende Woche in Triest ist nicht ausgeschlossen. Auch Unterschriften-Aktionen von Trainer-Kollegen und Aktiven konnten die erwünschte Vertragsverlängerung von Beckmann nicht erzwingen. Neue Gespräche zwischen Christa Thiel und Beckmann zum Wochenanfang fanden nach einem Interview der Präsidentin mit „Sport Bild“ ein jähes Ende.

          Grundsätzlich unterschiedliche Auffassungen

          „Die Wahrnehmung, Darstellung, Einschätzung und der Umgang mit bereits zurückliegenden Ereignissen liegen, wie sehr deutlich wurde, zwischen den beiden Verhandlungspartnern zu weit auseinander“, stellte Beckmann in einer persönlichen Erklärung fest. Auf dieser Grundlage sehe er „keine Erfolg versprechende, auf Vertrauen gestützte Basis“ für eine Zusammenarbeit über den Vertragsablauf hinaus. Die grundsätzlich unterschiedlichen Auffassungen und Bewertungen seien „auch nicht mit veränderten Vertragskonditionen überbrückbar“.

          Beckmann weiter: „Insofern ist es auch gut für den Verband, daß wir uns sauber und in Frieden trennen. Wir haben kein Zerwürfnis.“ Und: „Ich bin mit Sicherheit nicht der Einzige unter der Sonne, der dieses Amt ausüben kann. Da wird es auch eine gute Lösung geben. Jetzt gehen wir aufgeräumt in die EM. Da geht es allein darum, daß die Athleten schnell schwimmen. Das ist das Einzige, was interessiert.“

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