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Schwimmen : Missbrauchsvorwurf gegen Würzburger Trainer

Freiwasserschwimmer (bei der EM in Ungarn): Gegen den deutschen Bundestrainer gibt es Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs Bild: dpa

Die Staatsanwaltschaft Würzburg ermittelt gegen einen Verbandstrainer des Deutschen Schwimm-Verbands wegen des Verdachts des sexuellen Übergriffs auf eine minderjährige Schwimmerin. Der Trainer weist die Vorwürfe zurück.

          Der Anruf kam am späten Dienstagabend. Es war eine Nachricht, die den Sportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbands (DSV), Lutz Buschkow, „entsetzt und schockiert“ zurückließ, wie er am Mittwoch in Budapest sagte. In dem Telefonat schilderte ihm ein verantwortlicher Verbandstrainer die Vorwürfe, mit denen er sich konfrontiert sieht. Die Staatsanwaltschaft Würzburg ermittelt, so teilte sie am Mittwoch mit, wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs und sexueller Nötigung gegenüber einer Schutzbefohlenen gegen „einen Würzburger Schwimmtrainer“. Einen Namen nannte die Staatsanwaltschaft nicht. Weitere Informationen wollte die Behörde „aus ermittlungstaktischen Gründen“ zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekanntgeben. Der beschuldigte Trainer äußerte sich am Mittwoch auf Anfrage dieser Zeitung nicht zu den Vorwürfen.

          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Laut Buschkow gilt für den DSV in dem Fall bis auf weiteres die Unschuldsvermutung. „Wir werden jetzt erst einmal die staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen laufen lassen“, sagte er am Mittwoch. Der betreffende Trainer sei im August und September ohnehin „nicht für zentrale Maßnahmen im DSV“ vorgesehen, so Buschkow. Grundsätzlich aber gelte: „Die Eltern geben ihre Kinder bei uns in Obhut, das ist für uns eine moralische Verpflichtung, die wir sehr ernst nehmen“, sagte Buschkow. „Wir hatten in dieser Hinsicht bisher keine Probleme.“

          Nach Informationen der Zeitung „Mainpost“ hat in dem Fall die Mutter einer 15 Jahre alten Schwimmerin vor knapp zwei Wochen Anzeige erstattet. Demnach soll es um zwei Vorfälle bei einem Wettkampf im November vorigen Jahres in Essen und während eines Trainingslagers Ende März in Singapur gehen. Der Trainer sei unmittelbar nach seiner Rückkehr von den Europameisterschaften in Budapest am Montag in Würzburg vernommen, danach aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden, berichtete die Zeitung. Er habe die Vorwürfe bestritten. Der Beschuldigte hat sich inzwischen einen Anwalt genommen. Laut „Mainpost“ wurde das Handy des Trainers sichergestellt, um nach Anrufen oder SMS-Nachrichten an die Schwimmerin oder von ihr zu suchen. Auch sein Arbeitsplatz sei nach Beweisen durchsucht worden.

          Der Präsident des Würzburger Schwimmvereins, Reinhard Stumpf, sagte der „Mainpost“, der Verein kooperiere mit den Ermittlern. Der Trainer sei nicht von der Vereinsarbeit suspendiert. Derzeit ruht bis zum September der Trainingsbetrieb. Die Eltern ihm anvertrauter Schwimmerinnen, so Stumpf weiter, hätten dem Beschuldigten mit großer Mehrheit das Vertrauen ausgesprochen.

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